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Mami, Mama und ganz viel Liebe

Zwei Gemeindebedienstete finden über das Internet zueinander. Nun haben sie zwei Kinder.

Kann Liebe wachsen? Auch im Alltagsstress mit zwei Kindern?

Vor vier Jahren besuchten wir Viktoria und Nicole zum ersten Mal in ihrem kleinen Einfamilienhaus in einer Neubausiedlung im niederösterreichischen Lanzendorf. Damals war Paulina, ihr erstes Kind, zwei Jahre alt. Mittlerweile lacht auch Mariella mit ...

„Man sagt immer, dass ein Kind kein Kind ist. Jetzt, mit Mariella, kann ich das nur bestätigen. Es ist schon recht herausfordernd“, erzählt Nicole mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Vor 14 Jahren haben sich Nicole und Viktoria kennen gelernt und 2016 schließlich geheiratet. Die Liebe ist seither immer weiter gewachsen, auch wenn die Tage mit den Kindern oft lang und anstregend sind.

ARBEIT BEI DER GEMEINDE WIEN

Sowohl Nicole als auch Viktoria sind bei der Stadt Wien angestellt. Viktoria ist Zentrumsleiterin bei der MA 40 und arbeitet Vollzeit, Nicole ist Referentin in der MA 65 und für 25 Stunden angestellt.

Die zwei sind also in unterschiedlichen Sparten eingeteilt und haben beruflich kaum etwas miteinander zu tun. Kein Wunder, dass sie sich über das Internet gefunden haben. Auch wenn der Arbeitsplatz zu den Top-Orten zählt, um eine neue Liebe zu finden (mehr darüber hier).

Es war übrigens Nicole, die die beiden Kinder zur Welt gebracht hat. „Wir sind den Samenspendern ewig dankbar, sonst hätten wir diese tollen Kinder nicht. Und jeder, der das macht, ist ein Held für uns“, erzählt sie. Viktoria wird von den Kindern Mami genannt und Nicole Mama. Für Paulina ist das so selbstverständlich, dass es für sie eigentlich kein Thema ist. Selbst dann, wenn es beim Arzt heißt, dass sie sich auf die Schoß von Mama setzen soll, obwohl ja Mami mit dabei ist.

Auch wenn andere Kinder nach ihrem Papa fragen, erzählt sie von Mama und Mami. Und schon ist es kein Thema mehr.

BEIDE IN DER GEBURTSURKUNDE

Obwohl dem Paar schnell klar wurde, dass sie einmal Kinder haben werden, war das für ihre Umgebung am Anfang doch recht überraschend. Viktoria: „Meine Eltern haben gar nicht damit gerechnet, umso mehr haben sie sich gefreut.“

Die Töchter sind drei Jahre auseinander, aber fast am gleichen Tag geboren. „Das war keine Absicht, so gut kann man das nicht timen“, erklärt Viktoria.

Auch wenn Viktoria nicht die leibliche Mutter ist, hat sie die gleichen Muttergefühle wie Nicole: „Ich habe die Schwangerschaften stark mitgefühlt – und mir in keiner einzigen Sekunde die Frage gestellt, ob das vielleicht nicht meine Kinder sind. Ich habe auch die Geburtsurkunde als Elternteil mitunterschrieben.“

Sollte es jemals zu einer Trennung kommen, dann ist Viktoria rechtlich verpflichtet Alimente zu zahlen. In der Beziehung gibt es dennoch keine Rollenbilder.

„Ich bin handwerklich begabt und koche gerne, letzteres interessiert Nicole einfach nicht so“, verrät Viktoria und ergänzt: „Was uns verbindet, ist die Liebe, Paulina, Mariella und die Zukunft.“

Außerdem lebt die Familie nach dem Motto:
DNA doesn´t make your family. Love does.

Für Mariella und Paulina wünschen sich die Eltern, dass die beiden in einer modernen Gesellschaft aufwachsen, die das aus dem 19. Jahrhundert stammende Familienbild komplett abgelegt hat. Und natürlich, dass sie glücklich sind.

Wer noch mehr über die Familie erfahren will, findet das Interview vom Frühling 2020 unter: www.younion.at/leistungen/mitgliedermagazin

WAS WISSEN SIE ÜBER DIE LIEBE
Für Nicole und Viktoria hat Liebe ganz viel mit Geborgenheit und Familie zu tun.
Für Paulina ist Liebe einfach die Liebe und Mariella findet sie in Donuts und Krapfen.

Text: Sophie Brandl