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GuK und MTD: FAQ zur Registrierung

Zwischen dem 1. Juli 2018 und dem 30. Juni 2019 müssen sich alle KollegInnen aus dem GuK- und MTD-Bereich registrieren lassen. Hier die Fragen & Antworten.

Was ist die Registrierung?

Die Registrierung ist die Eintragung in ein Verzeichnis. Dieses Verzeichnis enthält ausgewählte Daten aller Berufsangehörigen, die in Österreich zur Ausübung eines MTD-Berufes berechtigt sind. Die Eintragung ist ebenso wie die absolvierte Ausbildung bzw. gegebenenfalls Anerkennung oder Nostrifikation eines im Ausland erworbenen Ausbildungsabschlusses – Voraussetzung, um den Beruf in Österreich rechtmäßig ausüben zu dürfen.

Welchem Zweck dient die Registrierung?

Mit der Registrierung wird erstmals bekannt, welche und wie viele Berufsangehörige der gehobenen medizinisch-technischen Dienste in Österreich ihren Beruf ausüben und tatsächlich berufsberechtigt sind. Dadurch wird einzuschätzen sein, welcher Beruf an weiteren Berufsangehörigen in ganz Österreich und in den Bundesländern und Regionen besteht. Nach Ihrer Registrierung werden im Register unter anderem Ihr Name, Ihr Beruf und bei freiberuflicher Berufsausübung – Ihr Berufssitz öffentlich aufscheinen.
Auf diese Angaben dürfen sich ArbeitergeberInnen, bei freiberuflicher Berufsausübung die Sozialversicherungsträger, KollegInnen und vor allem all jene Personen verlassen, die Ihre Dienste in Anspruch nehmen.

Wer muss sich registrieren lassen?

Jeder Berufsangehörige eines MTD- oder Pflegeberufes, die / der in Österreich den Beruf ausüben möchte, muss sich registrieren lassen.

Wann muss ich mich registrieren lassen?

Wenn Sie bereits berufstätig sind, müssen Sie sich im Zeitraum zwischen dem 1. Juli 2018 und dem 30. Juni 2019 bei der für Sie zuständigen Behörde registrieren lassen. Jede Person, die den Beruf am 1. Juli  2018 noch nicht ausübt, sondern zum Beispiel erst im Laufe des Jahres 2018 mit der Berufsausübung beginnt bzw. erneut beginnt, muss sich unmittelbar vor Beginn der Berufsausübung bei der zuständigen Behörde registrieren lassen.

Gibt es auch noch andere Gesundheitsberufe, für die eine Registrierung notwendig ist?

Ja, die Angehörigen der meisten Gesundheitsberufe müssen sich bereits seit vielen Jahren registrieren lassen, zum Beispiel ÄrztInnen, ZahnärztInnen, ApothekerInnen, Hebammen, klinische PsychologInnen, GesundheitspsychologInnen und PsychotherapeutInnen.
Ab 1. Juli 2018 müssen sich zusätzlich rund 20.000 Berufsangehörige aller sieben MTD-Berufe und rund 80.000 Berufsangehörige von Gesundheits- und Krankenpflegeberufen registrieren lassen. Damit werden rund 90 Prozent aller Angehörigen der österreichischen Gesundheitsberufe registriert sein. 

Wie wird das Register heißen?

Das Register wird Gesundheitsberuferegister heißen. Registriert werden neben den sieben MTD-Berufen auch die Angehörigen von drei Gesundheits- und Krankenpflegeberufen (von der Pflegeassistenz bis Bachelor)

Wie wird das Register aufgebaut sein?

Das Gesundheitsberuferegister wird nach Gesundheitsberufen gegliedert sein, also nach den einzelnen sieben MTD-Berufen und den Gesundheits- und Krankenpflegeberufen. Die betroffenen Berufsangehörigen müssen sich ab 1. Juli 2018 registrieren lassen.

Wie wird die Registrierung ablaufen?

Die betroffenen Berufsangehörigen (MTD und GUKG) müssen einen unterschriebenen Antrag bei der zuständigen Registrierungsbehörde (wird überwiegend die Bundes Arbeiterkammer sein), stellen.
Dem Antrag sind bestimmte Unterlagen beizulegen. Die Arbeiterkammer bestätigt das Einlangen der Dokumente und fordert gegebenenfalls noch ausständige Unterlagen nach. Danach hat die zuständige Behörde sechs Monate Zeit, um die Unterlagen zu prüfen und die Eintragung ins Register vorzunehmen. Über die erfolgreiche Eintragung ins Register informiert  dann die  AK die AntragstellerInnen schriftlich.
Nach erfolgter Eintragung erhalten die AntragstellerInnen den Berufsausweis 
Sollten die gesetzlichen Voraussetzungen für eine rechtsgültige Eintragung nicht vorliegen, wird die Registrierung mittels Bescheid untersagt. In der Folge besteht keine aufrechte Berufsberechtigung für eine Tätigkeit in Österreich; die Berufsausübung in Österreich ist unzulässig.

Wie wird die elektronische Antragstellung ablaufen?

Näheres zur elektronischen Antragstellung ist derzeit noch nicht bekannt. Mit diesbezüglichen  Informationen ist im Laufe des Jahres 2017 zu rechnen.

Welche Unterlagen muss ich dem Antrag beilegen?

Vorzulegen sind:

  • ein Identifikationsausweis
  • ein Nachweis der Staatsangehörigkeit
  • ein Nachweis des Hauptwohnsitzes bzw. des gewöhnlichen Aufenthaltsortes
  • ein Qualifikationsnachweis. Das ist der Nachweis der in Österreich positiv absolvierten Ausbildung oder – bei Ausbildung im Ausland
  • der Anerkennungs- oder Nostrifikationsbescheid.
  • ein Foto
  • ein Strafregisterauszug (darf zum Antragszeitpunkt nicht älter als drei Monate sein)
  • ein ärztliches Zeugnis (darf zum Antragszeitpunkt nicht älter als drei Monate sein)
  • erforderlichenfalls ein Nachweis über die Kenntnisse der deutschen Sprache

Muss ich mich nochmals registrieren, auch wenn ich mich schon bei MTD-Austria registriert habe?

Ja, davon ist auszugehen, aber noch nicht restlos geklärt

Wo genau muss ich mich registrieren?

Wenn Sie überwiegend angestellt und AK-Mitglied sind, dann ist die Arbeiterkammer die zuständige Stelle. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Arbeiterkammer in Ihrem Bundesland oder an die, für Sie zuständigen PersonalvertreterInnen oder BetriebsrätInnen bzw. an Ihrer Dienststelle oder an die für Sie zuständige Gewerkschaft.
Derzeit wird umfassendes Infomaterial ausgearbeitet, das  Ihnen noch rechtzeitig in Form von Infobroschüren und unter Nutzung verschiedener Medien rechtzeitig zugestellt werden wird.

Ebenso sind ab Herbst Infoveranstaltungen geplant.
Als AK-Mitglied, das nebenberuflich tätig ist, sollen Sie zukünftig auch die Wahlmöglichkeit besitzen, sich entweder bei der AK oder bei der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) registrieren lassen zu können.

Wenn Sie ausschließlich freiberuflich tätig sind, dann wird die Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) zuständig sein.

Welche Änderungen werde ich der Registrierungsbehörde melden müssen, wenn ich bereits eingetragen bin?

Binnen eines Monats sind der Registrierungsbehörde folgende Änderungen zu melden: Namensänderung

  • Änderung der Staatsangehörigkeit
  • Wechsel des Hauptwohnsitzes bzw. des gewöhnlichen Aufenthaltsortes
  • Eröffnung, Verlegung und Auflassung eines Berufssitzes
  • Änderung in der Art der Berufsausübung (freiberuflich, angestellt)
  • Änderung von DienstgeberIn bzw. Dienstort

Was passiert, wenn ich mich nicht registrieren lasse?

Die Registrierung ist – genau wie die positiv absolvierte Ausbildung – eine Voraussetzung der rechtmäßigen Berufsausübung. Das bedeutet, dass Sie ohne Registrierung nicht berechtigt sind, Ihren Beruf auszuüben.
Dasselbe gilt für Ihre / n ArbeitgeberIn: Er  / Sie darf Sie nur beschäftigen, wenn Sie registriert sind. Erlangt die zuständige Registrierungsbehörde Kenntnis von einer nicht erfolgten Registrierung, wird sie voraussichtlich zunächst zur Registrierung auffordern. Wird der Aufforderung nicht Folge geleistet, hat die zuständige Registrierungsbehörde Handlungsbedarf. Im Extremfall könnte es auch zum Entzug der Berufsberechtigung kommen.

Was ist, wenn ich auf bestimmte oder unbestimmte Zeit meinen Beruf nicht ausüben werde?

Wenn Sie Ihren Beruf in Österreich sechs Monate oder länger nicht ausüben werden, müssen Sie sich bei der zuständigen Registrierungsbehörde melden. Sollten Sie Ihren Beruf drei Jahre oder länger nicht ausüben, werden Sie aus dem Register gestrichen. Damit ist eine weitere Berufsausübung unzulässig. Ausgenommen davon sind unter anderem Zeiten der Mutterschafts-, Vaterschafts- oder Bildungskarenz oder von Präsenz- oder Zivildienst.

Welche Möglichkeit werde ich haben, wenn ich den Beruf drei Jahre oder länger im Ausland ausübe und danach in Österreich wieder ausüben möchte?

In diesem Fall melden Sie sich wieder bei der zuständigen Registrierungsbehörde.

Werden bei der Registrierung Kosten entstehen?

Die Gebühren, die von der Registrierungsbehörde an das Finanzministerium zu entrichten gewesen wären und die jeder Betroffene zu leisten gehabt hätte,  konnten Dank  intensivster Bemühungen seitens der AK und der Gewerkschaften wegverhandelt werden.

Wie lange gilt die Registrierung?

Die Registrierung muss alle fünf Jahre verlängert werden. Sie werden von der zuständigen Registrierungsbehörde drei Monate vor Ablauf der Registrierung informiert. Sie haben somit längstens fünf Jahre und drei Monate ab dem Datum der erstmaligen Eintragung in das Register Zeit, um  Ihre Registrierung bei der zuständigen Registrierungsbehörde zu erneuern.
Verlängern Sie Ihre Registrierung nicht, ruht die Registrierung und damit Ihre Berufsberechtigung.

Übernimmt die Registrierungsstelle auch berufspolitische Agenden?

Nein. Die Registrierung ist eine behördliche Aufgabe. Die Registrierungsbehörde hat keinerlei politische Funktion. Die Registrierung kann allerdings die zielgerichtete Arbeit von Arbeiterkammer, Gewerkschaften, der Arbeitsgemeinschaft Fachgruppenvereinigung für Gesundheitsberufe und Soziales im ÖGB   (ARGE FGV im ÖGB)  als auch  Berufsverbänden unterstützen, indem sie  zum Beispiel für definierte Aufgaben/Analysen etc. um  anonymisierte Datensätze oder Datenauswertungen, nach klar gesetzlich definierten Vorgaben, ansuchen können.

Wer kann auf meine Daten zugreifen?

Das Gesundheitsberuferegister enthält öffentliche und nicht öffentliche Daten.
Folgende Daten sind laut GBRG §6 (4) öffentlich einsehbar:

Die öffentlichen Daten sind unter www.gesundheit.gv.at für jedermann elektronisch abrufbar und einsehbar.
Auf die nicht öffentlichen und personenbezogenen Daten haben ausschließlich die Registrierungsbehörde sowie die Gesundheit Österreich GmbH als per Gesetz legitimierte registerführende Organisation Zugriff.
Ist die Gesundheit Österreich GmbH Ihre Registrierungsbehörde, so hat ausschließlich sie Zugriff auf Ihre Daten. Darüber hinaus darf die Gesundheit Österreich GmbH anonymisierte Datensätze beziehungsweise Datenauswertungen im gesetzlich vorgesehenen Rahmen an Dritte übermitteln.

Dürfen meine Daten von der Registrierungsbehörde an Dritte weitergegeben werden, zum Beispiel für Werbezwecke oder Studienanfragen?

Personenbezogene Daten dürfen nicht weitergegeben werden. Es dürfen nur anonymisierte Datensätze und Datenauswertungen im gesetzlich vorgesehenen Rahmen übermittelt werden.

Was wird sich für unsere Berufsgruppe durch eine verpflichtende Registrierung ändern?

Für die einzelnen Berufsangehörigen ändert sich abgesehen von der Registrierungspflicht nichts. Für die Berufsgruppe als solche ist die Erfassung aller Berufsangehörigen die Grundlage für einen quantitativen Vergleich zwischen Einrichtungen und Regionen sowie für eine präzisere Bedarfsschätzung.
Von MTD- und Pflegeberufen werden daher, wie es bei der Berufsgruppe der ÄrztInnen seit vielen Jahren der Fall ist, künftig transparente Daten verfügbar sein. Damit kann in der gesundheitspolitischen Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit erreicht werden.
Es wird darüber hinaus möglich sein, Diskussionen fokussierter zu führen und mit Zahlen und Fakten zu untermauern. Das ergibt sich auch, dass die Wertschätzung für diese Berufe zunehmen wird!

Welches Mitspracherecht haben Gewerkschaften, die AK und  die Berufsverbände bei den Registrierungsbehörden?

Die berufsspezifischen Interessen werden insbesondere durch die Mitsprache im Registrierungsbeirat gesichert. In diesem Registrierungsbeirat sitzen, nach einem genau festgelegten Berufsangehöriger oder eine Berufsangehörige der verschiedenen Interessensvertretungen. Der Registrierungsbeirat berät und gibt Empfehlungen für ein einheitliches Vorgehen der Registrierungsbehörden, zu grundsätzlichen Fragen der Registrierung sowie zur Registerführung einschließlich der Qualitätssicherung.
Auch an der Steigerung der Akzeptanz und der generellen Ausrichtung sowie an der Weiterentwicklung der Registrierung wirkt der Registrierungsbeirat mit.

Die Fragen und Antworten beziehen sich auf den aktuellen Stand der verfügbaren Informationen. 

 

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