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Pflege

Herz statt Härte – Arbeitszeitreduktion

Wenn man nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu versorgen, braucht es gute und professionelle Unterstützung. Die Pflegeberufe sind eine der zentralsten Säulen in einer funktionierenden Gemeinschaft. Vom Bezirkskrankenhaus bis zur stationären Langzeitpflege – allen, die Hilfe brauchen, muss auch geholfen werden.

Dazu braucht es Pflegekräfte, die gerne ihrem Beruf nachgehen und sich nach Dienstschluss auch wieder erholen können. Während die Privatwirtschaft mit Kollektivverträgen wie der SWÖ die Arbeitszeit bereits auf 37 Stunden pro Woche verkürzt hat, arbeiten die Kolleg:innen im Gemeindedienst weiterhin 40 Stunden -  das sind über dreieinhalb Wochen pro Jahr länger!

Viele spielen daher mit dem Gedanken, in die Privatwirtschaft zu wechseln. Nur für uns als Gewerkschaft ist auch klar – Gesundheit darf kein Geschäftsmodell sein. Wir wollen die Gesundheitsberufe daher weiterhin in der öffentlichen Hand, aber zu den gleichen Bedingungen.

Daher setzt sich die Gewerkschaft younion für eine verkürzte Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ein. Wenn es bei Privaten funktioniert, dann gelingt das auch im Gemeindedienst!

Neues Gehaltsschema der Pflege – Optieren möglich machen!

In den letzten Jahren hat man das neue Gehaltsschema (Gesundheit und Sozialbetreuung) immer wieder verbessert, das alte Schema jedoch gleich belassen. Damit stimmen die (damaligen) Voraussetzungen für einen Wechsel nicht mehr.

Es ist daher unverständlich, warum nur in einem Modell Verbesserungen umgesetzt werden und gleichzeitig der Wechsel kategorisch ausgeschlossen wird. Wir denken, einmal pro Jahr wechseln zu können, hat sich die Pflege jedenfalls verdient.

Dabei sollen die Bediensteten nicht alleine gelassen werden, sondern umfassend über die neuen Rechte und Pflichten, insbesondere die Auswirkungen auf das Gehalt, verpflichtend beraten werden. Ganz nach dem Motto: Ihr schaut nach uns, wir schauen auf euch!

Fair statt fertig – Fortzahlung im Krankheitsfall verbessern!

Dass der Arbeitgeber im Krankheitsfall weiter den Lohn bzw. Gehalt zahlen muss, wurde durch die Gewerkschaftsbewegung vor langer Zeit erkämpft. Just im neuen Gehaltssystem der Pflege ist es aber so, dass ein längerer Krankenstand zu massiven Gehaltseinbußen führt. Grund ist die Schmutz-, Erschwernis- und Gefahrenzulage („SEG-Zulage“), die eingestellt wird. Dabei könnte diese bei längerer Abwesenheit weiterbezahlt werden, nur dann nicht mehr steuerbefreit. Das wäre aber immer noch günstiger, als die Zulage gänzlich einzustellen. Schließlich betrifft das gut und gerne bis zu 25% des Monatseinkommens!

Niemand geht gerne in den Krankenstand. Wenn ein längerer Ausfall passiert, hat es ernste Gründe. Gerade dann soll man aber nicht „bestraft“ werden, indem man deutlich weniger Geld bekommt.

Wir sagen ganz klar: Fair statt fertig - Wir fordern eine volle Fortzahlung im Krankenstand!