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HITZE, STRESS, VERANTWORTUNG: MEHR WERTSCHÄTZUNG FÜR BADEMEISTER:INNEN

Die Hitzetage werden länger, die Belastungen größer und auch die Gefährdung im Berufsalltag steigt an, wie nicht nur die Chlorgasaustritte in zwei oberösterreichischen Freibädern ganz aktuell gezeigt haben. Unsere Kolleg:innen trotzen allen Widrigkeiten und sind immer im sehr verantwortungsvollen Einsatz für die Badegäste. Heinz van Dyck, Vorsitzender der Personalvertretung vom Stadtamt Braunau und Bezirksvorsitzender der younion Braunau und zudem ausgebildeter Bademeister, spricht aus, wie es vielen Kolleg:innen geht:

 

Werte Kolleginnen und Kollegen!

Ich habe die Ausbildung zum Bademeister 1998 gemacht und 13 Jahre gerne ausgeübt. Bei uns war Voraussetzung ein erlernter Beruf als Schlosser, Elektriker oder Installateur. Bis du so eine technische Anlage verstehst, dauert das schon ein paar Jahre. Wir in Braunau sind alle als Facharbeiter:innen eingestuft. Das ist leider nicht überall so. Eine Einstufung als Bademeister:in in GD 21 nach der Oö. Gemeinde-Einreihungsverordnung ist ein Witz. Hier muss nachgebessert werden. Das ist schlechter als die Einreihung von Kollegi*nnen an der Kassa (GD 20). Diese Kolleg:innen haben auch alle einen erlernten Beruf oder eine höher Schule abgeschlossen. Das hier nach der Oö Gemeinde-Einreihungsverordnung ein Hauptschulabschluss reicht, ist der nächste Witz.

Wenn wir Fachkräfte suchen, dann jedenfalls auch mit richtiger Einstufung (mindestens GD19 oder GD18). Das im Schichtdienst am Wochenende der Sonntag nur mit einer Sonntagszulage abgegolten wird, schreit nach einem 100 Prozentzuschlag. Diese Forderungen wiederhole ich gerne. Nach so einem heißen Badetag bist du erst mal froh, dass nichts passiert ist. Unfälle im Freibad musst du erst verkraften können. Wenn eine Mutter um Hilfe bittet, weil sie ihr 3jähriges Kind nicht findet, das nicht schwimmen kann, dann läufst du zuerst zu den Becken und schaust, ob das Kind am Beckenboden liegt und bist im großen Stress! Einen ganzen Tag auf den Beinen, in der Sonne bei über 30 Grad, das muss man erst mal aushalten. Die anderen sind im kühlen Nass, dem/der Bademeister:in brennt die Sonne auf die Kappe, bis der Schwindel da ist. Ein Kollege musste seinerzeit wegen Burnout den Job als Bademeister aufgeben. Er konnte nicht mehr schlafen. Träumte immer vom Badedienst. Hier braucht es eine große Liebe für den Beruf, der wegen seiner Wochenendarbeit, Sonn- und Feiertagsarbeit zudem sehr familienfeindlich ist. Konfliktscheu darf man auch nicht sein. Nicht alle Badegäste sind lustig und vergnügt. Die Belastungen werden natürlich mit längeren Hitzeperioden und Temperaturanstieg immer mehr. Da soll die Bezahlung schon stimmen, sonst bekommen wir bei dem Arbeitskräftemangel kein Personal mehr! Ein großes Danke für eure wertvolle Arbeit liebe Kolleginnen und Kollegen!

LG Heinz van Dyck

Vorsitzender der Personalvertretung
Stadtamt Braunau und Bezirksvorsitzender der younion Braunau