Europäischer Austausch zur Energiezukunft
EWSA-Delegation auf Field Visit in Wien
Wie gelingt die Energiewende in einer Millionenstadt? Welche Rolle spielen klimaresistente Technologien für eine sichere Energieversorgung? Und wie können die Interessen der Arbeitnehmer:innen hierbei bestmöglich berücksichtigt werden? Diesen Fragen widmete sich der Besuch der Fachgruppe für Energie des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) am 7. und 8. Juli in Wien.
Unter der Schirmherrschaft von Thomas Kattnig, Mitglied im Bundespräsidium der younion und Präsident der EWSA Energie-Fachgruppe, besuchte eine internationale Delegation mit Vertreter:innen aus mehreren europäischen Ländern innovative Energieprojekte in Wien. Ziel des Ortsbesuches war es, erfolgreiche Praxisbeispiele kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Lösungsansätze für die Energie- und Klimawende in der EU zu diskutieren.
Wien Energie und Wiener Netze
Den Auftakt bildete ein Besuch bei Wien Energie mit Einblicken in die Herausforderungen und Chancen der Energieversorgung einer wachsenden Großstadt. Im Anschluss bekam die Delegation unter anderem Einblicke in die Gasturbinen mit Wasserstoff-Beimischung, das Biomassekraftwerk, eine Großwärmepumpe sowie die Waste2Value-Anlage. Die Teilnehmer:innen konnten dabei aus erster Hand erleben, wie diese Technologien bereits heute einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung in Wien leisten. Weiter ging es zum Smart Campus der Wiener Netze. Experten informierten über den geplanten Ausstieg Wiens aus Erdgas bis 2040 sowie über Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff. Eine Besichtigung der Wasserstoffanlage rundete den fachlichen Austausch ab.
Politisches Potenzial
Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Besuch im Wiener Rathaus. Im Gespräch mit Stadtrat Jürgen Czernohorszky wurden aktuelle Klima- und Energieprojekte der Stadt Wien, darunter moderne Waste-to-Energy-Konzepte, sowie deren Bedeutung im europäischen Vergleich diskutiert. Am zweiten Tag standen weitere Vorzeigeprojekte auf dem Programm: der Besuch der größten Photovoltaikanlage Wiens sowie des Tiefengeothermie-Projekts „deeep“ in der Seestadt Aspern. Die dort gewonnene klimaneutrale Wärme aus Geothermie soll künftig bis zu 200.000 Haushalte mit Fernwärme versorgen und zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial nachhaltige Energiequellen für die Zukunft haben.
Energiewende und Daseinsvorsorge
Für die younion ist dieser Austausch von besonderer Bedeutung. Die Energie- und Klimawende verändert Arbeitsplätze, Berufsbilder und die Anforderungen an Beschäftigte in vielen Bereichen der Daseinsvorsorge. Umso wichtiger ist es, dass die Perspektiven der Arbeitnehmer:innen frühzeitig in europäische Entscheidungsprozesse einfließen. Der direkte Dialog mit Expert:innen, politischen Entscheidungsträger:innen und Sozialpartnern aus ganz Europa schafft dafür eine wichtige Grundlage.
Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) ist das beratende Organ der Europäischen Union, in dem Arbeitgeber:innen, Gewerkschaften und weitere zivilgesellschaftliche Organisationen ihre Positionen in den europäischen Gesetzgebungsprozess einbringen. Thomas Kattnig vertritt dort als Vizepräsident der Arbeitnehmer:innen-Gruppe die Interessen der Beschäftigten auf europäischer Ebene. Damit stellt die younion sicher, dass die Anliegen der Arbeitnehmer:innen auch bei den großen Zukunftsfragen – wie der Energie- und Klimapolitik – Gehör finden und aktiv mitgestaltet werden.