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Kattnig: „Europa braucht einen Neustart beim Wohnbau“

Zentrale Stellungnahmen im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA)

In der letzten Plenarsitzung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) vor der Sommerpause präsentierte Thomas Kattnig, Mitglied des younion _ Bundespräsidiums und EWSA-Mitglied diese Woche, zwei zentrale Stellungnahmen zu den Themen Wohnbau und Energiespeicherung. Im Mittelpunkt standen dabei zwei Fragen, die für die Zukunft Europas entscheidend sind: Wie schaffen wir ausreichend leistbaren Wohnraum? Und wie gelingt eine sichere, unabhängige und klimaneutrale Energieversorgung?

Wohnen als Grundrecht

„Für mich ist Wohnen kein Luxus, sondern ein Grundrecht“, betont Kattnig. Doch für immer mehr Menschen in Europa werde dieses Grundrecht unbezahlbar. Seit Jahren werde zu wenig Wohnraum geschaffen, während Mieten und Immobilienpreise massiv gestiegen seien. „Wir brauchen mehr Wohnraum, vor allem aber leistbaren Wohnraum. Nicht Luxusprojekte, sondern Wohnungen, die sich Familien, junge Menschen und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich leisten können.“

In seiner Stellungnahme zur europäischen Wohnbaustrategie fordert Kattnig deshalb intelligente Vereinfachung von Genehmigungen und Standards, mehr Innovation und moderne Bauweisen, mehr Digitalisierung und eine bessere Strategie für die Flächennutzung. Vor allem brauche es deutlich mehr Investitionen und öffentliche Förderungen, die an klare soziale Kriterien gebunden sind. „Unser Steuergeld muss leistbaren Wohnraum schaffen, nicht Spekulation fördern.“

Energieversorgung als kritische Infrastruktur

Auch bei der Energieversorgung steht Europa vor großen Herausforderungen. Noch immer gibt Europa jedes Jahr hunderte Milliarden Euro für Öl- und Gasimporte aus. Die Krisen der vergangenen Jahre hätten deutlich gemacht, wie wichtig eine unabhängige und widerstandsfähige Energieversorgung sei.

„Mehr erneuerbare Energie allein reicht dafür nicht aus. Denn ohne Energiespeicher können wir Strom aus Sonne und Wind nicht dann nutzen, wenn wir ihn wirklich brauchen“, so Kattnig. Seine Forderung: Energiespeicher müssen als kritische Infrastruktur anerkannt werden – genauso wie Stromnetze und Kraftwerke. Europa brauche endlich eine gemeinsame Speicherstrategie.

„Ohne Speicher gibt es keine sichere Energiewende“, betont Kattnig. Speicher stabilisieren das Energiesystem, stärken die Versorgungssicherheit und machen Europa unabhängiger von fossilen Energieimporten. Gleichzeitig schaffen sie hochwertige Arbeitsplätze und stärken die europäische Industrie.

Der Markt alleine schafft es nicht

Dafür brauche es einen intelligenten Mix aus Batterien, Pumpspeichern, Wärmespeichern, Wasserstoff und anderen Langzeitspeichern. Klar sei aber auch: „Der Markt allein wird den notwendigen Ausbau nicht schaffen.“ Notwendig seien strategische öffentliche Investitionen, langfristige Planung und klare politische Rahmenbedingungen.

„Leistbares Wohnen und eine sichere, leistbare Energieversorgung sind keine getrennten Fragen“, so Thomas Kattnig. „Beides entscheidet darüber, ob Menschen in Europa auch in Zukunft gut und sicher leben können.“

Mit seinen beiden Stellungnahmen setzte Kattnig in der letzten EWSA-Plenarsitzung vor der Sommerpause klare Schwerpunkte für ein sozial gerechtes, nachhaltiges und unabhängiges Europa. „Europa braucht einen Neustart im Wohnbau und bei der Energieversorgung – leistbar, innovativ, nachhaltig und sozial gerecht.“