Forderung nach Gehaltsverhandlungen

In einem offenen Brief fordern wir Vizekanzler Werner Kogler gemeinsam mit der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) auf, die Gehaltsverhandlungen 2022 zu starten.

Das Schreiben im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Österreich ist bisher sehr gut durch die Corona-Pandemie gekommen. Die Wirtschaft hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist mittlerweile vollständig geimpft. Trotzdem sind die Herausforderungen für alle Berufsgruppen im Öffentlichen Dienst auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene nach wie vor enorm. Die wachsenden Aufgaben und die Pensionierungswelle führen in allen Bereichen zu immer schwierigeren Arbeitsbedingungen. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten nun schon seit Beginn der Pandemie unter großem Druck, zeigen höchste Einsatzbereitschaft und tragen wesentlich zur Bewältigung der Krise bei. Vielfach sind Belastungsgrenzen erreicht bzw. bereits überschritten, und die vierte Infektionswelle gewinnt schon wieder deutlich an Dynamik.

Ohne das große Engagement aller Kolleginnen und Kollegen wäre die hohe Funktionalität aller Gebietskörperschaften, von den Einrichtungen des Bundes (insbesondere Justiz, innere und äußere Sicherheit) bis hin zu den Bereichen der kommunalen Verwaltungen, allen Bereichen der Daseinsvorsorge und hier insbesondere die Sozial- und Gesundheitseinrichtungen, sowie die Kinderbildungseinrichtungen, nicht aufrecht erhalten zu gewesen.

Die qualitätsvollen Leistungen aller Kolleginnen und Kollegen im Öffentlichen Dienst in Österreich, die mit großem Verantwortungsbewusstsein und absoluter Gesetzestreue erbracht werden, sind ein bedeutender Standortvorteil im internationalen Wettbewerb.

younion _ Die Daseinsgewerkschaft fordert eine nachhaltige Erhöhung der Gehälter, Monatsentgelte und Zulagen, damit eine dauerhafte Kaufkraftsteigerung für alle öffentlich Bediensteten sichergestellt wird.

Neben den außer Streit zu stellenden Erkenntnissen der Wirtschaftsforschungsinstitute bezüglich Inflationsrate und Wirtschaftswachstum sollen auch die schwierigen Arbeitsbedingungen, die besonderen Belastungen und der große Einsatz aller öffentlich Bediensteten Basis für die Verhandlungen sein.

Es wird ersucht, zu den Verhandlungen die Vertreter/innen der Länder, des Städte- und Gemeindebundes sowie seitens der Arbeitnehmer/innen auch die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) einzuladen.

Mit 31. Dezember 2021 läuft das aktuelle Gehaltsabkommen für alle öffentlich Bediensteten aus.

younion _ Die Daseinsgewerkschaft ersucht um zeitgerechte Aufnahme von Gehaltsverhandlungen, damit das zu erzielende Abkommen mit 01. Jänner 2022 in Kraft treten kann.