BKA / Andy Wenzel

Kommen Sie endlich in die Gänge, Herr Minister Faßmann!

Wien hat Budget für Kindergärten und Horte bereits deutlich erhöht

Im Wiener Gemeinderat wurde das Doppelbudget für die Jahre 2022 und 2023 beschlossen. Darin enthalten ist eine deutliche Budget-Erhöhung für den elementarpädagogischen Bereich.

Schon im kommenden Jahr gibt’s ein Plus von 11,2 Prozent (im Vergleich zum Rechnungsabschluss 2020). Im Jahr 2023 steigt das Budget auf mehr als eine Milliarde Euro. Dabei wurde im Gemeinderat extra festgehalten, dass es – so wie bisher – keinen finanziellen Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen geben wird.

Öffentliche Kindergärten wirtschaften besser

„Die eine Milliarde Euro im Jahr entspricht dem einen Prozent des BIP, so wie wir es immer gefordert haben“, sagt Manfred Obermüller, Vorsitzender der Hauptgruppe 1 in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft. Und weiter: „Es wurde auch noch einmal klargestellt, dass öffentliche Kindergärten nicht mehr Geld bekommen, sie wirtschaften nur besser. Die Erhöhung zeigt aber auch ganz klar, dass die Sozialpartnerschaft in Wien funktioniert. Hier werden die Probleme von der Politik ernst genommen. Gemeinsam suchen wir dann nach Lösungen – und finden sie schließlich auch.“

Mit dem deutlichen Plus im Budget kommen 500 Sprachförderkräfte zum Einsatz. Bisher waren es 300.

Judith Hintermeier, selbst Pädagogin und Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Das wird eine spürbare Entlastung für unsere Kolleg*innen. Und die haben sie sich auch mehr als verdient.“

Wien als Vorbild

Doch während Wien die Vorreiterrolle in den ersten Bildungseinrichtungen weiter ausbaut, schaut es in den Bundesländern weiterhin schlecht aus. Insgesamt ist Österreich von dem einen Prozent des BIP weit entfernt. Durchschnittlich werden nur 0,67 Prozent für Kindergärten und Horte ausgegeben.

„Es kann nicht sein, dass in manchen Bundesländern die Kinderbildung weniger wert ist. Das schränkt nicht nur die Kinder in ihrer Entwicklung ein, sondern belastet auch die Eltern, wenn ein Kindergarten zum Beispiel schon zu Mittag schließt“, sagt Christa Hörmann, stellvertretende Vorsitzende in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft.

„Kommen Sie endlich in die Gänge, Herr Minister Faßmann! Sie sind für die Bildung zuständig! Und die beginnt nun einmal im Kindergarten. Lernen Sie von Wien“, ergänzt Judith Hintermeier.