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GPA, younion und vida riefen zu der öffentlichen Kundgebung auf

Mit Trillerpfeifen und Transparenten wie „Es reicht! Wir brauchen mehr!“ und „Wo bleibt das Personal, Herr Minister?!“ versammelten sich heute, Dienstag, um 10 Uhr, mehr als 12.000 Beschäftigte aus den elementaren Bildungseinrichtungen bei der Wiener Votiv Kirche, um auf die Lage in den Kleinkindergruppen, Kindergärten, Horte und der schulischen Freizeitbetreuung in ganz Österreich hinzuweisen.

Die privaten Einrichtungen in Wien blieben wegen der Betriebsversammlungen den ganzen Tag über geschlossen, auch einzelne Standorte der städtischen Kindergärten wurden zusammengelegt, ein Notbetrieb fand aber statt. Judith Hintermeier, selbst Pädagogin und Bundesfrauenreferentin in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Die Eltern haben großes Verständnis gezeigt, haben teilweise auch mitdemonstriert. Sie und ihre Kinder bekommen immer mehr zu spüren, dass es jetzt ganz rasch Reformen in der Elementarpädagogik braucht. Die Bundesregierung muss liefern!“

Was alles geliefert werden muss, hielten auch die Redner:innen bei der Versammlung fest.

„Die von Bundeskanzler Nehammer angekündigten 4,5 Milliarden bis 2030 können nur ein Anfang sein. Es braucht 1% des BIP, mindestens jedoch 1 Milliarde Euro jährlich an Investitionen in die Elementarpädagogik, um die Versäumnisse der letzten Jahre aufzuholen. Das Bildungsministerium muss ein einheitliches Bundesrahmengesetz für ganz Österreich schaffen, Schluss mit den unterschiedlichen Bedingungen! Dafür muss der Bund auch die Finanzierung sicherstellen“, so die Betriebsratsvorsitzende der Wiener Kinderfreunde Karin Samer (Gewerkschaft GPA).

Mario Ferrari von der Gewerkschaft GPA: „Es muss endlich zu einer Verbesserung des Fachkraft-Kind-Schlüssels kommen. Es kann nicht sein, dass sich immer weniger Personal um immer mehr Kinder kümmern muss. Kinder, gerade in sehr jungen Jahren, brauchen die beste pädagogische Betreuung. Da werden die Grundsteine für den Bildungsverlauf gelegt. Die von der Stadt Wien vorgestellten Maßnahmen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Kindergartenpädagogik sind ein erster Schritt und ein Beweis dafür, dass der gewerkschaftliche Druck in diesem Bereich erste Wirkung zeigt“.

Manfred Obermüller von der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Der Bundeskanzler hat im Fernsehen – auch auf Druck aus der Wirtschaft - 4,5 Milliarden Euro für die Elementarpädagogik versprochen. Aber wo bleibt das Geld? Wo sind die konkreten Pläne? Die Bundesregierung hat Jahre lang geschlafen, jetzt muss es ruckzuck gehen!“

Yvonne Rychly von der Gewerkschaft vida: „Der Personalmangel bei den Pädagog:innen hat natürlich auch immense Auswirkungen auf die Assistent:innen. Sie werden durch immer mehr Arbeit enorm belastet – auch körperlich. Da muss ganz schnell etwas passieren. Auch für die Assistent:innen in der Elementarpädagogik brauchen wir eine verpflichtende bundesweit einheitliche Ausbildung, um gute Arbeitsbedingungen sicherzustellen.“
Rychly nimmt die Bundesregierung in die Pflicht, bezüglich eines österreichweiten Rahmengesetzes endlich in die Gänge zu kommen.

Korinna Schumann, Vizepräsidentin des ÖGB und Bundesfrauenvorsitzende: „Es ist gut, dass die Bundesregierung jetzt endlich Geld für die Elementarpädagogik in die Hand nehmen will. Bisher waren es aber immer nur Lippenbekenntnisse. Jetzt müsse auf Worte endlich Taten folgen. Einen Marketingschmäh auf Kosten der Eltern und der Beschäftigten werden wir nicht akzeptieren.“

Um 11 Uhr marschierten die Beschäftigten auch über Teile des Rings, um lautstark auf sich aufmerksam zu machen. Einhelliger Tenor: Kommen von der Bundesregierung nicht rasch Verbesserungen, dann wird es noch lauter!