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Prämien nach der Punkteteilung

In der österreichischen Bundesliga folgt auf den Grunddurchgang mit 22 Runden die Punkteteilung: Die Tabelle wird in Meistergruppe und Qualifikationsgruppe geteilt, die bis dahin erreichten Punkte werden (diese Saison noch) halbiert. Danach spielen die Teams innerhalb ihrer Sechsergruppe noch einmal zehn Runden gegeneinander.

Für viele Fußballer ist diese Teilung nicht nur sportlich relevant, sondern auch finanziell. Denn ein Bestandteil des Gehalts sind in Österreich häufig Punkte-, Sieg- und teils auch Torprämien. Wie hoch diese ausfallen, ist von Verein zu Verein unterschiedlich. 

In einer Blitz-Umfrage mit Spielern aller Vereine haben wir als Sportgewerkschaft erfahren: Mit der Punkteteilung ändern sich in vielen Fällen auch die Prämienmodelle.

Ein vereinfachtes Beispiel zeigt, worum es geht: 
Nehmen wir beispielhaft an, dass im Grunddurchgang ein Spieler 500 Euro pro erspieltem Punkt, sofern er mehr als 30 Minuten im Einsatz war, erhält. (Für kürzere Einsätze gibt es ebenfalls Prämien, allerdings mit Abschlägen. Wir ignorieren das in diesem Beispiel.) 

Aus den Rückmeldungen von Spielern aus verschiedenen Vereinen hat sich gezeigt, dass bei einem Großteil der Vereine in den meisten Verträgen vorgesehen ist, dass sich die Prämien mit dem Wechsel in das obere oder untere Playoff verändern. 
In unserem Beispiel etwa auf 750 Euro pro Punkt in der Meistergruppe und 250 Euro pro Punkt in der Qualifikationsgruppe. Wer in der Meistergruppe spielt, kann pro Punkt mehr verdienen, in der Qualifikationsgruppe fällt die Prämie geringer aus.
Damit sind Spiele in der Meistergruppe zwar finanziell mehr wert, gleichzeitig sind dort aber auch die sportlichen Hürden höher. „Dass es hier leistungsbezogene Änderungen gibt ist grundsätzlich fair und begrüßenswert“, sagt Stephan Auer.

Es gibt allerdings auch andere Regelungen. Bei zumindest drei Vereinen zeigen sich deutliche Abweichungen:
- Mindestens ein Verein verändert die Prämien überhaupt nicht. Dort werden alle 32 Saisonspiele gleich behandelt, unabhängig davon, ob der Klub in der Meister- oder Qualifikationsgruppe spielt.
- Ein anderer Verein knüpft die Auszahlung nicht an das Erreichen der Meistergruppe, sondern an den Tabellenplatz. Prämien gibt es dort nur, solange sich der Klub nach dem jeweiligen Spieltag unter den besten drei Teams der Tabelle befindet.
- Und bei einem weiteren Verein gilt eine besonders strenge Regel: Wird die Meistergruppe nicht erreicht, entfallen die Prämien in der Qualifikations-Gruppe zur Gänze.

Rechtlich sind all diese Modelle zulässig. Entscheidend ist, dass die Regelungen klar vertraglich vereinbart sind. 

Gerade deshalb sollten Spieler solche Regelungen bereits bei der Vertragsgestaltung mitdenken. Denn hinter der Punkteteilung steckt nicht nur ein spezielles Wettbewerbsformat der Bundesliga, sondern oft auch ein ganz konkreter finanzieller Unterschied.