Ende von SV Neulengbach
Entsetzen bei Sportgewerkschaft, sportlicher Leitung und Trainerteam
Mit dem Ablauf der Frist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag ist klar, dass die Geschichte des professionellen Frauenfußballs beim SV Neulengbach zu Ende ist.
In den vergangenen Tagen war intensiv daran gearbeitet worden, eine Perspektive für den Verbleib in der Frauen-Bundesliga zu schaffen. Es lagen tragfähige Lösungen auf dem Tisch. Umso größer ist nun das Entsetzen darüber, dass dieser Weg nicht zu Ende gegangen wurde.
„Für mich ist das enttäuschend. Die Spielerinnen sind nicht davongelaufen, sie waren bereit, gemeinsam weiterzugehen. Gerade deshalb ist es für mich unverständlich, dass man den Verein jetzt fallen lässt, obwohl Bereitschaft da war, diesen Weg gemeinsam weiterzuführen“, sagt die sportliche Leiterin Maria Wolf. „Ich möchte ich mich bei younion für den lösungsorientierten, konstruktiver Austausch bedanken. Allem voran bei Thomas Trawöger, Thomas Pichlmann, Stefanie Enzinger und Dr. Palka. Die Sportgewerkschaft hat immer das große Ganze im Blick gehabt und mitgezittert bis zum Schluss. Nachdem was ich alles in den letzten Wochen erlebt habe, ist es für mich eine Wohltat, dass es noch Menschen gibt die Haltung zeigen und für das Richtige einstehen. Vielen Dank an Alle!“
Auch Trainer Andreas Ogris reagiert mit Unverständnis auf das Aus: „Sportlich hätten wir überhaupt kein Problem gehabt, die Liga zu halten. Wir hatten heuer 14 Bundesliga Debütantinnen, die einen herausragenden Job gemacht haben. Ich hoffe, dass sich diese jungen Spielerinnen von dieser Erfahrung nicht entmutigen lassen. Die Mannschaft war bereit, das Trainerteam war bereit, und wir hätten diesen Weg gemeinsam geschafft. Umso bitterer ist es nun.“
Für die younion-Sportgewerkschaft steht jetzt vor allem die Situation der betroffenen Spielerinnen und Betreuer:innen im Mittelpunkt. Denn trotz des nun faktischen Endes herrscht in zentralen Fragen weiterhin Unsicherheit.
Stefanie Enzinger, Fußballbeauftragte der younion-Sportgewerkschaft mit Fokus auf den Profifrauenfußball, sagt: „So mit den Spielerinnen umzugehen, ist nicht fair. Sie haben über Wochen hinweg in einer enorm belastenden Situation Bereitschaft gezeigt. Gleichzeitig herrscht weiter Unsicherheit: Es gibt offiziell keinen Insolvenzantrag, keine Information an die Liga und keine Vertragsauflösungen. Wir sind als Gewerkschaft für die Spielerinnen und Betreuer:innen da und werden sie in dieser Situation mit voller Kraft unterstützen.“
Für die sportliche Leitung, das Trainerteam und die Gewerkschaft bleibt daher ein bitterer Befund: Nicht die Mannschaft ist gescheitert, nicht das sportliche Konzept und nicht die Bereitschaft der Beteiligten, gemeinsam weiterzuarbeiten. Gescheitert ist der SV Neulengbach am Ende durch eine bewusste Entscheidung, keinen neuen Weg zuzulassen.
Die younion-Sportgewerkschaft wird die betroffenen Spielerinnen und Betreuer:innen weiterhin arbeitsrechtlich begleiten und über ihre Rechte und Möglichkeiten informieren.