younion-Sportgewerkschaft erzielt Durchbruch für Eishockey-Nationalspielerinnen
Zentrale Forderungen der Spielerinnen werden umgesetzt und beenden Boykott
Nach intensiven Verhandlungen zwischen der Eishockeyspieler:innen UNION in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft und dem Österreichischen Eishockeyverband (ÖEHV) wurden nun umfassende Verbesserungen für die österreichischen Frauen-Nationalspielerinnen vereinbart. Die Maßnahmen reichen von einer besseren medizinischen Betreuung über mehr Planungssicherheit und professionellere Rahmenbedingungen bis hin zu neuen Kommunikationsstrukturen und einem überarbeiteten Vergütungsmodell.
Für die younion-Sportgewerkschaft ist die nun vorliegende schriftliche Vereinbarung ein großer Erfolg gewerkschaftlicher Arbeit. „Diese Verbesserungen fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis von Beharrlichkeit und dem Mut der Spielerinnen, Missstände offen anzusprechen“, sagt Sascha Tomanek von der Eishockeyspieler:innen UNION in der younion. „Die Spielerinnen haben sich organisiert und sind trotz Gegenwind geschlossen geblieben. Das zeigt, dass faire und professionelle Rahmenbedingungen im Frauensport kein Wunschdenken sein müssen. Es ist ein wichtiger Erfolg für die Zukunft kommender Generationen von Sportlerinnen.“
„Die Verbesserungen sind das Ergebnis von der Beharrlichkeit und dem Mut der Spielerinnen.“
Endlich konkrete Vereinbarungen
Ausgangspunkt war ein monatelanger Arbeitskampf der Nationalteamspielerinnen. Trotz des historischen Aufstiegs in die A-Weltmeisterschaft fehlten professionelle Rahmenbedingungen in mehreren Bereichen. Nun wurden zahlreiche Forderungen aufgegriffen und in einer schriftlichen Vereinbarung festgehalten.
Zentrales Ergebnis ist ein neues Vergütungs- und Entschädigungsmodell für alle drei Senioren-Nationalteams (Frauen, Männer und Para), auf das sich die Beteiligten vorbehaltlich juristischer Detailfragen geeinigt haben und das ab 2027 in Kraft tritt. Damit wird erstmals eine gemeinsame Grundlage für die finanzielle Behandlung aller Nationalteamspieler:innen geschaffen. Außerdem wurden weitere wesentliche Punkte zur Organisation sowie zur Kommunikation für und mit den Spielerinnen fixiert.
Künftig sollen die Spielerinnen von einer verstärkten medizinischen und physiotherapeutischen Betreuung profitieren. Einberufungen zu Lehrgängen erfolgen früher, Termine und Reiseinformationen sollen rechtzeitig kommuniziert werden und regelmäßige Gespräche zwischen Spielerinnen und Verband für mehr Verlässlichkeit sorgen. Auch sollen höhere Standards bei Camps, bessere Trainingsbedingungen sowie professionellere Rahmenbedingungen künftig selbstverständlich werden. Darüber hinaus soll die Sichtbarkeit des Frauen-Nationalteams gestärkt und die öffentliche Präsenz des Fraueneishockeys ausgebaut werden.
Wichtiger Erfolg, aber kein Schlusspunkt
Für die younion-Sportgewerkschaft ist die Vereinbarung ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichbehandlung und Professionalisierung des Frauen-Eishockeys in Österreich. Entscheidend werde nun sein, dass sämtliche Zusagen umgesetzt und dauerhaft verankert werden.
„Wir werden die Umsetzung aufmerksam begleiten.“
„Wir freuen uns über diesen Erfolg und erkennen an, dass der Verband auf die Forderungen der Spielerinnen reagiert hat. Gleichzeitig werden wir die Umsetzung aufmerksam begleiten. Entscheidend ist nicht nur, was auf Papier steht, sondern was bei den nächsten Camps, Turnieren und bei der Weltmeisterschaft tatsächlich gelebt wird“, so Tomanek.
Fokus auf A-Weltmeisterschaft
Die österreichischen Nationalspielerinnen stehen im November erstmals in der Geschichte bei einer A-Weltmeisterschaft auf dem Eis. Dass sie diesen historischen Schritt künftig unter besseren Bedingungen gehen können, ist aus Sicht der younion-Sportgewerkschaft vor allem ihrem Zusammenhalt, ihrer Courage und ihrer gewerkschaftlichen Organisation zu verdanken.
„Wir wollten nie Sonderbehandlung, sondern Bedingungen, die einem Nationalteam auf diesem Niveau gerecht werden. Jetzt können wir den Fokus wieder auf das legen, worum es eigentlich geht: Eishockey spielen und mit unserer Leistung verdient zur A-Weltmeisterschaft fahren. Der Boykott ist aufgehoben. Das ist ein Erfolg für die gesamte Mannschaft und für alle, die uns in den vergangenen Wochen unterstützt haben“, sagt sagt Charlotte Wittich, Verteidigerin im Nationalteam
„Wir wollten nie Sonderbehandlung, sondern Bedingungen, die einem Nationalteam auf diesem Niveau gerecht werden.“
Gewerkschaftsarbeit wirkt
Für die younion-Sportgewerkschaft ist die Einigung deshalb weit mehr als eine Lösung im aktuellen Konflikt. Sie macht deutlich, dass Gleichbehandlung im Sport nicht durch gute Absichten entsteht, sondern durch gemeinsames Handeln und das konsequente Einfordern von Verbesserungen durch die Gewerkschaft. Mehr als 8.000 Menschen stellten sich außerdem mit ihrer Unterschrift hinter die Forderungen der Nationalspielerinnen.
Die nun fixierte Vereinbarung zwischen Spielerinnen und Verband ist ein wichtiger Erfolg für die Zukunft des Frauensports und ein klares Zeichen, dass gleiche Leistung auch gleiche Wertschätzung und faire Rahmenbedingungen verdient. Damit wurde nicht nur für die aktuellen Nationalspielerinnen etwas erreicht, sondern auch für jene Generationen von Sportlerinnen, die nach ihnen kommen.