Angriff auf italienischen Gewerkschaftsbund CGIL

Der Sitz des italienischen Gewerkschaftsbundes CGIL in Rom wurde am Samstag, 9. Oktober 2021, von rechtsextremen Gruppen gestürmt. Der Angriff ereignete sich im Anschluss an eine Demonstration von impfgegnerischen Gruppierungen, die gegen die von der italienischen Regierung für bestimmte Arbeitnehmer*innengruppen eingeführten Impfpflicht sind. Diese Personen drangen in das Gebäude ein und verwüsteten die Büros der CGIL. Die nationalen und römischen Anführer*innen der faschistischen Gruppe Forza Nuova wurden als Anführer*innen der gewalttätigen Aktionen verhaftet.

Seitens der europäischen Gewerkschaften wurde der Angriff durchwegs scharf verurteilt. Der Europäische Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD) hat ebenso wie younion _ Die Daseinsgewerkschaft ein Solidaritätsschreiben an die italienischen Kolleg*innen verschickt.

Thomas Kattnig, EGÖD-Vizepräsident und Mitglied des Bundespräsidiums der younion _ Die Daseinsgewerkschaft, hält in diesem Schreiben fest:

„Wir verurteilen diesen verabscheuungswürdigen Angriff von Rechtsextremist*innen und Impfgegner*innen, der als direkter Angriff auf die Gewerkschaftsbewegung und die Demokratie zu werten ist, auf das Schärfste.

Als starke Verteidigerinnen der Demokratie waren Gewerkschaften schon immer eines der ersten Ziele faschistischer Bewegungen. Wir werden uns von diesem Angriff jedoch nicht einschüchtern lassen. Vielmehr bestätigt und bestärkt er uns einmal mehr in unserer Entschlossenheit, unseren gemeinsamen Kampf für Demokratie, Frieden und Gerechtigkeit und gegen diejenigen fortzusetzen, die versuchen, diese Werte zu gefährden – in Italien, in Europa und auf der ganzen Welt.“

Auch der EGÖD hält fest, dass wir dem Faschismus entschlossen entgegentreten müssen. Auch EU-Kommissar Schmit hat seine Empörung und Unterstützung zum Ausdruck gebracht, und der italienische Ministerpräsident Mario Draghi hat die Büros des Gewerkschaftsbundes besucht, um sich mit der CGIL-Leitung zu treffen und seine Solidarität zu bekunden. Alle italienischen Gewerkschaftsbünde (CGIL, CISL und UIL) werden am 16. Oktober 2021 eine Demonstration in Rom veranstalten. Die Gewerkschaften fordern, dass die faschistischen Organisationen aufgelöst werden. Wir alle wissen, dass sich die Angriffe der faschistischen Gruppen nicht nur gegen die CGIL richten. Sie richten sich gegen uns alle. Die europäischen Gewerkschaften werden zusammenstehen. Nie wieder Faschismus.

Quellen:
Europäischer Gewerkschaftsverband für den Öffentlichen Dienst (EGÖD), younion _ Die Daseinsgewerkschaft;