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Pflegekräfte schlagen Alarm

Alarmierende Ergebnisse brachte ein Treffen von fast 100 MitarbeiterInnen aus elf Pflegeheimen im Bezirk Vöcklabruck, das der ÖGB in Lenzing organisiert hatte. Obwohl akuter Bedarf nach Pflegekräften herrscht, sind Arbeitsbedingungen und Entlohnung weiterhin derart mangelhaft, dass kaum Menschen für diese Berufe begeistert werden können. „Das ist ein deutliches Signal dafür, dass die Verantwortlichen endlich handeln müssen“, sagte der gf. Landesvorsitzende der younion_Die Daseinsgewerkschaft, Christian Jedinger, der die Ergebnisse in Vöcklabruck präsentierte.

Pflegeschlüssel entspricht nicht den heutigen Anforderungen
Die zu geringe Ausstattung der Heime mit Personal durch den Mindestpflegschlüssel schafft die größten Herausforderungen. „Immer neue Gesetze und Anweisungen sollen bei gleichem Personalstand umgesetzt werden“, bemängelt Karin Moro vom Seniorenheim Frankenburg. „Die Herausforderungen bei Demenzkranken werden überhaupt nicht ausreichend bei der Pflegestufe berücksichtigt“, berichtet die erfahrene Pflegekraft weiter. Der Pflegeschlüssel ist seit 1996 unverändert. Hier fordern die Personalvertreter von der Politik ein rasches Handeln.
Cornelia Gebetsroither vom Seniorenheim Lenzing nennt etwa das Beispiel der Rufbereitschaft: „Die seit 1. Jänner geltende Rufbereitschaft für diplomiertes Personal bringt bei der derzeitigen Umsetzung für die PatientInnen gar nichts. Sie schafft aber einen zusätzlichen Mehraufwand für das Personal.“

Pflegepersonal von Haushaltstätigkeit entlasten
Doris Auringer vom Seniorenheim Vöcklabruck erklärt, dass es schwierig ist, ausreichend ausgebildete Pflegekräfte zu bekommen. Darum ist es umso wichtiger, das vorhandene Personal von Haushaltsarbeiten wie Abwasch und Bettenreinigung zu entlasten. Hier schlagen die GewerkschafterInnen verstärkten Einsatz von Zivildienern vor. Die Gemeinden sollten sich bemühen, bei den jungen Männern Werbung für die Arbeit in den Pflegeheimen zu machen. Es wäre aber auch möglich, ältere Arbeitslose in diesem Bereich auf freiwilliger Basis einzusetzen.

Notwendige Schritte für die Zukunft
Karin Hinterlechner ist Personalvertreterin der Gemeinde Timelkam. Sie kennt die Sorgen um genügend Personal für die Heime. „Leider ist der Pflegeberuf nicht ausreichend attraktiv. Die enormen Belastungen führen auch dazu, dass viele, die die Ausbildung machen, nach wenigen Jahren wieder das Handtuch werfen“, erzählt sie. Hinterlechner fordert Verbesserungen beim Gehalt und eine weitere Verkürzung der Arbeitszeit. 35 Stunden Vollzeit hält sie in den Pflegeberufen für ausreichend.

Younion-Vorsitzender Christian Jedinger berichtet, dass mit dem Landeshauptmann derzeit leider keine Gespräche stattfinden. „Wir wollen mit ihm seit Herbst 2018 reden. Bis jetzt ist es aber noch zu keinen konstruktiven Gesprächen gekommen. Die Anliegen der Beschäftigten bleiben ungehört.“

Pflegegipfel im Bezirk angeregt
Die GewerkschafterInnen wollen deshalb nicht länger warten und bieten den Heimbetreibern und dem Sozialhilfeverband im Bezirk Gespräche an. „Wir wollen einen Pflegegipfel im Bezirk. Da sollen mit den Heimbetreibern die Ergebnisse noch einmal besprochen werden. Wir können nicht länger warten“, so ÖGB-Regionalsekretär Frederik Schmidsberger, der darauf hinweist, dass die genannten Probleme aus elf der 14 Heime im Bezirk berichtet worden sind.

 

 

 


 

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