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Mysterium Amateurfußball: VdF-Talk brachte interessante Erkenntnisse

Funktionäre brauchen Schulungen, um das Steuer- und Sozialversicherungs-
recht zu durchschauen

Die VdF – eine Fachgruppe der Hauptgruppe VIII in der younion_Die Daseinsgewerkschaft - lud in die ÖGB-Zentrale zum Talk über das „Mysterium Amateurfußball“. Spannende Erkenntnisse: Funktionäre brauchen Schulungen, um das Steuer- und Sozialversicherungsrecht zu durchschauen. Der ÖFB denkt über eine Änderung des Ligen-Formats nach. Und: Eine klare Trennung vom Profi-zum Amateurbereich ist nötig.

Vor der sehr interessanten Diskussionsrunde, die auf www.laola1.tv live übertragen wurde, führte Gottfried Kaspar von der Versicherungsanstalt der Oberösterreichischen GKK mit einem Referat in das Thema ein. Dabei öffnete er den Zuhörern Augen und Ohren, was den Amateurfußball und vor allem die Vereine betrifft. Pauschale Sätze für Spieler sind bis 540 Euro monatlich steuerfrei. Wichtig ist, dass der Spieler einen Hauptberuf vorweisen kann. Punkteprämien sind ein delikates Thema, weil auf alle Fälle steuerpflichtig. VdF-Vorsitzender Gernot Zirngast: „Wir sitzen alle in einem Boot. Es gibt in Österreich fast 2.300 Fußball-Vereine, die sollen ja alle ordentlich arbeiten. Die Frage ist dabei, wie wir den Spielern und Funktionären helfen können.“

Der Vortrag von Kaspar war ein Anfang, einzusehen ist er unter beiliegendem Weblink. Zirngast: „Zudem war eine der wichtigen Erkenntnisse, dass aktuell praktisch keine Spieler mehr von der Regionalliga in die Bundesliga kommen, aber viele von den Akademien oder Bundesligisten in die Amateurligen.“ Oft stelle sich die Frage, in welchem Beschäftigungsverhältnis die Spieler in welcher Liga stehen.

Überblick von den wichtigsten Wortmeldungen der Diskutanten:


Michael Fiala, Journalist:

Zum Föderalismus im Österreichischen Fußball: „Austria is to small to make Föderalismus.“

Zur Schnittstelle zwischen Amateur- und Profibereich: „Im Profibereich ist man seit einigen Jahren sehr bemüht. Daher geht die Schere zum Amateurfußball immer weiter auf. Daher muss dieser Bereich nachziehen und die nächsten Schritte machen, damit eine Wettbewerbsgleichheit gewährleistet ist. Denn für alle müssen dieselben Regeln gelten."

Frank Rybak, Justitiar der Deutschen Spielergewerkschaft:

Zur Pauschalen Reisaufwands-Entschädigung: „540 netto pro Monat ohne Sozialabgaben und Steuern? Das hätten unsere Vereine in Deutschland auch gerne.“

Zum Vergleich mit Österreich: „Es gibt schon einige Parallelen. Bei uns sind die ersten drei Ligen Profi-Ligen. Auch die Regionalligen sind noch meistens Profi-Bereich. Während Österreich zwischen Amateuren und Profi unterscheidet, haben wir neben dem Amateur den Lizenzspieler und den Vertragsspieler, der mit seinem Verein einen schriftlichen Vertrag hat.“

Stefan Reiter, Bundesliga-Vorstand und Ried-Manager:

Zu den sozialrechtlichen und steuerlichen Bestimmungen: „Die Funktionäre im Amateurbereich wissen darüber zum Großteil gar nicht Bescheid. Immer wieder kommen Spieler zu mir und fragen mich, Funktionäre aber nicht. Die Probleme bei den Amateurvereinen sind teilweise massiv. Funktionäre wollen teilweise auch nichts über rechtliche Bestimmungen wissen. Funktionäre bräuchten Einschulungen in die Materie.“

Harald Schweiger, Vereinsobmann (Tribuswinkel):

„Früher war alles einfacher, heute bekommen die Spieler in diesen unteren Ligen ganz andere Beträge. Als Verein haben wir niemanden, der uns hilft – wir bräuchten in Österreich eine Gewerkschaft für Vereine. Für die Spieler ist die VdF da. Man muss als Funktionär so viele Feinheiten beachten, da müsste man schon ein Steuerexperte sein. Künftig wird man sich als Funktionär die Frage stellen müssen, ob man sich das alles antut.“

Paul Scharner, Ex-Teamspieler:

„Das Geld, das in Kampfmannschaften gesteckt wird, sollte man in die Nachwuchsarbeit investieren. Dieser Vortrag hat, glaube ich, nicht nur mir die Augen etwas mehr geöffnet. Ich finde den Ansatz wichtig, dass sich die Landesverbände professionalisieren. Man muss weg vom Ehrenamt.“

Thomas Hollerer, ÖFB-Direktor für Recht:

„Der ÖFB und die Landesverbände schützen keine Vereine, die ihre Spieler nicht sachgerecht bezahlen. Natürlich haben wir Sorgen, weil wir wissen, wie kompliziert alles ist. Ich glaube, es wird künftig schwer, Funktionäre zu finden, die sich das antun wollen. Weil sie Experten brauchen, die ihnen den Sachverhalt erklären. Es gibt Schulungen, die leider nicht alle Vereine erreichen. In Folge müssen wir uns sicher die Frage stellen, wo die Grenze zwischen Amateur und Profi ist. Das ÖFB-Präsidium hat dazu schon Gespräche geführt. Wie viel Profi-Fußball verträgt Österreich eigentlich. Bisher haben wir nicht den Stein der Weisen gefunden, aber man muss sich für die Zukunft sicher noch einmal die Formatfrage anschauen.“

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