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Gemeinsam für den öffentlichen Dienst

Bei einem Weltkongress trafen sich 669 Gewerkschaften. Wir waren auch dabei.

Vor 110 Jahren schlossen sich weltweit 669 Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes zusammen, um gemeinsam für ihre Ziele zu kämpfen. Die Organisation wurde PSI (Public Services International) genannt.

Alle fünf Jahre veranstaltet die PSI einen Weltkongress. Und heuer war es wieder so weit. In Genf trafen sich hunderte GewerkschafterInnen, um sich auszutauschen und gemeinsame Ziele zu erarbeiten.

Auch younion _ Die Daseinsgewerkschaft war mit einer Delegation vertreten.

Bitte unterschreiben!

Am Schlusstag des Kongresses gaben die männlichen Teilnehmer ein Versprechen ab, massiv gegen geschlechtsspezifische Gewalt vorzugehen (Stichwort: #metoo). Sie bekräftigten das mit einer Online-Unterschrift.

Auch SIE können diese Verpflichtung mit einer Online-Unterschrift eingehen.

Das Aktionsprogramm

Unsere Vision für eine bessere Welt

Der Gegenwind wird stärker. Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes stehen weltweit unter großen Druck. Nun sind die PSI Mitgliedsländer an der Reihe die Führung zu übernehmen und gemeinsam gestärkt aus diesem Kongress hervor zu gehen und für ArbeitnehmerInnen- und Gewerkschaftsrechte weltweit einzutreten.

Achtung und Würde für Alle!

Die Mitgliedsländer der PSI halten fest, dass für eine solidarische Gesellschaft ein gemeinsames Auftreten und ein Miteinander erforderlich sind. Die PSI hält fest, dass Menschen nicht wegen ihrer Herkunft, ihres Glaubens oder ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert werden dürfen. Im Umgang mit Flüchtlingen und Migration wird festgehalten, dass der Zugang zu qualitativen hochwertigen öffentlichen Dienstleistungen jedenfalls gegeben sein muss.

Klimawandel

Verschiedene Berichte aus den Regionen machen deutlich wie präsent der Klimawandel mittlerweile ist. Es muss eine gemeinsame Strategie geben und den Willen innerhalb der Gesellschaft diesen Entwicklungen entgegen zu wirken. Öffentliche Verwaltung und der öffentliche Dienst spielen eine zentrale Rolle in der Bekämpfung der Klimaerwärmung und der Entwicklung zu einer erneuerbaren Energiegewinnung.

Die Kosten die durch den Klimawandel entstehen werden, müssen innerhalb der Staatengemeinschaft auch gerecht verteilt werden.

Eine gerechte globale Wirtschaft

Der massive Einfluss neoliberaler Politik und Populismus, der in allen Ländern der Welt Realität ist, ist nicht nur spürbar für die Demokratie sondern auch für die Menschen im öffentlichen Dienst. Korruption, Staatsverschuldung und eine ungerechte Verteilung von Steuern stellen uns zusätzlich vor große Herausforderungen.  Auch die Finanzkrise setzt nach wie vor Länder unter Druck, die Fiskalpolitik der EU beispielsweise zwingt öffentliche Dienste in die Knie. Daher brauchen wir eine neue Wirtschaftsordnung und ein Finanzsystem das ein solidarisches Prinzip verfolgt.

Ein gerechtes Steuersystem auch für Unternehmen und Reiche ist ein wichtiger Schritt um die Weltwirtschaft gerechter zu gestalten.

Kampf gegen Privatisierung

Privatisierungstrends nehmen immer mehr zu. Private Erbringung von öffentlichen Dienstleistungen werden von Wirtschaft und neoliberalen Politikern gefordert. Doch ist eine öffentliche Investition und Erbringung der Daseinsvorsorge maßgeblich für hochwertige öffentliche Dienste. Um die Finanzierung der öffentlichen Dienste gewährleisten zu können braucht es genaue Regeln. Die „golden Rule“ PSI fordert eine Stärkung von öffentlich-öffentlichen Partnerschaften und Interkommunaler Zusammenarbeit um öffentliche Dienste qualitativ hochwertig gestalten zu können.

Unser kleines Reisetagebuch

Sonntag, 29.10.2017

Zu früh und bei stürmischem Wetter besteigen wir das Flugzeug nach Genf. Wir machen uns auf den Weg in die Schweiz, um beim 30sten Weltkongress der IÖD – der Internationale der Öffentlichen Dienste – die österreichischen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes und ihre Interessen zu vertreten.

Obwohl die inhaltliche Vorbereitung im Geschäftsordnungsausschuss bereits seit mehr als einem Jahr laufen sind noch viele Details zu klären. In Vorbereitung auf den Kongress werden daher noch viele Gespräche geführt. Unermüdlich werkt das Personal der IÖD um den Ablauf des Kongresses reibungslos zu ermöglichen.

Die Verantwortlichen für die Leitanträge und das Aktionsprogramm für die nächsten fünf Jahre treffen sich in Abstand von nur wenigen Stunden um neue Entwicklungen bei sensiblen Fragen zu den Anträgen so diplomatisch wie möglich und trotzdem akzentuiert zu formulieren damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Europäischer Regionalvorstand, Geschäftsordnungsausschuss, bilaterale Gespräche gehen nahtlos ineinander über.

Montag, 30.10.2017

Es geht weiter! Wahlkreistreffen der Deutschsprachigen Region, gleich anschließend Vorstandssitzung. Nochmal letzte Abstimmungen und Richtigstellungen. Wir kommen dem Kongress immer näher. Am Abend ist es endlich so weit. Die Vorbereitungen sind abgeschlossen – es geht los.

Die Anspannung bei den Verantwortlichen ist zu spüren. Violinen erklingen. Das Kinderorchester Violinissimo begrüßt uns in Genf am Kongress und ergreift unsere Herzen in der ersten Sekunde!

31. Oktober 2017

Wir starten mit dem Aktionsprogramm und diskutieren zu den ersten Schwerpunktthemen „Menschen vor Profit“ und „unsere Gesundheit steht nicht zum Verkauf“. Die hochkarätigen RednerInnen geben uns in den Panels einen Einblick in die regionalen aber auch internationalen Problemstellungen und Lösungsansätze. Wir GewerkschafterInnen wollen den Ton angeben und unser Lösungen hörbar machen!

1. November 2017

Die Zukunft der Arbeit! Wir wird es werden? Haben wir in einigen Jahren oder Jahrzehnten noch eine geregelte Lohnarbeit? Werden Maschinen Menschen ersetzen?

All diese Fragen beschäftigten uns. Die großartige Nozipho Mbanjwa, eine Journalistin von CNBC Afrika führt uns durch die Panels. Ihre energievolle Moderation reißt uns mit. 

Himmel oder Hölle? So lautet der Titel des nächsten Panels. Die nachhaltige Urbanisierung und die Rolle der öffentlichen Dienstleistungen gehen Hand in Hand. Es geht darum wir öffentliche Dienste erbracht und finanziert werden. Ein weiterer großer Schritt hin zu guten öffentlichen Diensten ist natürlich eine gute Ausbildung für die MitarbeiterInnen sowie Sicherheit am Arbeitsplatz.

2. November 2017

Wir starten in die Zielgerade. Über 1000 Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter repräsentieren hier in Genf 20 Millionen ArbeitnehmerInnen aus über 700 Gewerkschaften in 154 Länder und Regionen!

Innerhalb dieser Woche konnten die verschiedensten Perspektiven der gewerkschaftlichen Arbeit diskutiert werden, gegenseitiges Verständnis erreicht sowie Solidarität unter dem Leitsatz – Menschen vor Profit – entwickelt werden. Man merkt, dass dies nicht nur Motto, sondern auch eine Lebenseinstellung der Delegierten und eine Kernforderung aller Gewerkschaften ist.

3. November 2017

Der Leitsatz "Menschen vor Profit" wurde mit dem Aktionsprogramm und zahlreichen Entschließungen in konkrete Forderungen und Maßnahmen formuliert. Gleichstellung aller Menschen, keine Privatisierung öffentlicher Dienste, Infrastruktur statt Austerität, Zukunft der Arbeit, Nachhaltigkeit und vieles mehr.

Der Kongress wählte ihre Generalsekretärin Rosa Pavanelli und ihren Präsidenten Dave Prentis einstimmig für die nächsten fünf Jahre. Aber auch wir, Österreich und younion _ Die Daseinsgewerkschaft übernehmen wieder Verantwortung und spielen eine zentrale Rolle.

Thomas Kattnig wurde wieder zum Vizepräsidenten der Internationale der Öffentlichen Dienste gewählt. Der Kongress endet mit einer Fülle an neuen Ideen, Resolutionen und einer ganz wichtigen Aktion. Vor allem von den männlichen Delegierten wurde das Versprechen abgegeben, sich gegen alle Formen der Gewalt an Frauen einzusetzen.

Der PSI Kongress 2017 steht gemeinsam gegen jegliche Gewalt an Frauen, sowohl am Arbeitsplatz alsauch im häuslichen Umfeld!

 

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