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Berufsalltag: Was Förster alles leisten

David Jandl ist Revierförster bei der Gemeinde Wien. Wir haben ihn bei der Arbeit begleitet.

Ein bisschen kann man die Liebe zum Wald und seinem Job auch in seinen Augen erkennen – David Jandl ist Revierförster bei der Gemeinde Wien. Dabei muss er drei Dinge unter einen Hut bringen, die eigentlich gar nicht unter einen Hut zu bringen sind.

Es gibt genug Sachen, über die sich David Jandl jeden Tag ärgern muss. Über Menschen, die den Wald zumüllen, über frei laufende Hunde, über Anrainer, die sich illegal ausbreiten, über verunreinigte Grillpätze und noch über vieles andere. Aber selbst wenn er darüber erzählt, strahlt der Revierförster immer noch jene Ruhe aus, die alle Menschen haben, die mehr oder weniger ihre Berufung leben. Sie sind von dem beseelt, was sie tun – da können es ihnen andere noch so schwer machen.

Dabei hat es der Förster David Jandl schon von der Aufgabenstellung her mit fast Unmöglichem zu tun. Er muss in seinem 1.200 Hektar großen Revier, das von Niederösterreich bis in den 17. Bezirk in Wien reicht, Erholungssuchende genauso zufriedenstellen wie den Naturschutz und den Wunsch nach Wirtschaftlichkeit.

David Jandl: „Der Naturschutz wünscht sich viele stehende, tote Bäume, möglichst unberührte Natur ohne Menschen, Hunde und Wanderwege. Die Bestimmungen sagen aber klar, dass eineinhalb Baumlängen von Straßen oder Wegen entfernt kein Baum stehen darf, der gefährden könnte. Außerdem darf man auch nie vergessen, dass Bäume einen bestimmten Wert haben, der ja der Allgemeinheit gehört.“

Aber da wird es auch schon recht kompliziert. Denn was für einen Wert ein Baum hat, lässt sich nicht so leicht sagen. Schon gar nicht von Laien. Denn wer zum Beispiel glaubt, dass Eichen sehr wertvoll sind, kennt nicht die vielen Arten. So gibt es zum Beispiel die recht verbreiteten Zerreichen. Sie sind praktisch nur zum Verheizen gut. Forstaufseher Martin Schäfauer erklärt es: „Die Zerreiche lässt sich nicht verarbeiten. Und sie stinkt auch noch nach Jahren.“ Schlägerungen sind aber immer ein heikles Thema, egal um welche Baumart es geht.

Vor allem bei jenen, die am Waldrand wohnen. Der Revierförster: „Einem Drittel ist es mehr oder weniger egal, ein Drittel ist froh, weil sie schon Angst hatten, dass die Bäume umstürzen hätten können, und ein Drittel will sich am liebsten an die Bäume anketten.“ Dabei, so versichert Jandl, wird nur gefällt, wenn es wirklich nötig ist. So gibt es in seinem Revier auch schon seit mehr als 20 Jahren keinen Kahlschlag mehr. Extra ausgepflanzt wird auch nicht mehr. Forstaufseher Martin Schäfauer: „Wir setzen vor allem auf jene Bäume, die natürlich aufgehen. Sie wachsen wesentlich schneller und sind auch nicht so krankheitsanfällig, wie gezüchtete.“

Übrigens: Martin Schäfauer ist erst spät zu seinem Traumjob gekommen. Er arbeitete früher am Bau, finanzierte sich die Ausbildung zum Forstaufseher selbst – aus Liebe zum Wald.

 

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