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Neue Arbeitswelt mit Datenbrille

Maschinenbautechniker Andreas Reisinger arbeitet von Zeit zu Zeit mit einer Datenbrille. Wir haben ihn bei einem "Einsatz" begleitet.

Groß, sportlich, markantes Gesicht, nettes Lächeln – Andreas Reisinger schaut auch mit Datenbrille gut aus. Die Brille hilft ihm, seinen Job als Maschinenbautechniker bei Wien Energie zu erledigen.

In einem ersten Versuch mit der Datenbrille wurde eine neue Art der Schwingungsmessung an der Turbine des Biomassekraftwerks Simmering simuliert. Andreas Reisinger setzte sich in einem entfernten Lagerraum die Brille auf und bekam mittels roter Bälle den Weg durch das Kraftwerk angezeigt.

Brille zeigt Baupläne

Der Maschinenbautechniker: „Man kann sich das wirklich ein bisschen wie den Blick durch eine Sonnenbrille vorstellen. Man sieht die Umgebung ganz in echt, nur etwas dünkler, aber es wird etwas hineinprojeziert.“

Bei der Turbine selbst wurde genau angezeigt, wo Andreas Reisinger das Messgerät anlegen musste – auch mithilfe von digitalisierten Bauplänen. Die gemessenen Daten gab der Techniker schließlich über eine virtuelle Tastatur gleich in die SAP-Datenbank ein.

Experte kann zusehen

Hätte es Probleme gegeben, hätte er mit ein paar Gesten einen Experten in Deutschland kontaktieren können. Der hätte dann genau gesehen, was in Wien los ist. Andreas Pölzl von Wien Energie: „Das sind natürlich alles völlig neue Dimensionen. Momentan ist es so, dass bei komplizierten Problemen ein Experte eingeflogen werden muss. Das kann mit so einer Datenbrille wegfallen. Das spart viel Zeit und damit auch Geld.“

Als Hintergrundinformation: Die Zeiten, in denen sich ein Verantwortlicher perfekt mit einer Maschine auskennt, sind schon längst vorbei. Dafür ist bereits alles zu komplex geworden. Andreas Reisinger: „Schon heute ist es so, dass ich in mehreren Kraftwerken arbeite. Und ganz spezielle Arbeiten verrichte.“

Brille darf nicht zur Datenfalle werden

Die Brille kann also zur enormen Hilfe werden. Sie birgt allerdings auch Gefahren. Denn schließlich ist sie dafür gebaut worden, so viele Daten wie möglich zu sammeln. Das können auch Informationen sein,  die dem Arbeitgeber gar nichts angehen.

Es müssen also genaue Lösungen erarbeitet werden, damit die Brillen nicht zur Datenfalle für ArbeitnehmerInnen werden.

Aber ist es vielleicht möglich, dass durch die Datenbrille überhaupt kein gelerntes Personal benötigt wird? Schließlich wird mit ihr alles so einfach wie nur möglich erklärt.

Auch Sicherheit ein Problem

Andreas Reisinger: „Das kann ich mir nur schwer vorstellen. Trotz allem muss man sich schon noch auskennen. Man ist ja auch mit dem Leitstand verbunden. Die Brille ist eher eine Unterstützung für die Fachkräfte.“

Ein noch nicht restlos geklärtes Problem ist aber die Sicherheit. Schließlich werden durch die Brille zum Teil sehr sensible Daten übertragen. Erst recht, wenn es um Kraftwerke geht.

Aber auch wenn es einige Bedenken gibt, können HoloLens & Co. einen enormen Fortschritt bringen. Also:  Brille auf und rein in eine neue Arbeitswelt!

 

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