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Starke Frau #2: Die Notfallsanitäterin

Notfallsanitäterin Selina Harasta versorgte die Schuss-Opfer beim Attentat von Wien.

Die Angst, sagt sie, kam danach.
Nicht in dem Moment. Da funktionierte sie einfach.
Atmung? Negativ. Kreislauf? Negativ. Defibrillator anlegen. Schnell, schnell. Alles versuchen, auch wenn die Blick-Diagnose kaum Hoffnung lässt.

Der Notarzt bestätigt kurz darauf die Einschätzung von Notfallsanitäterin Selina Harasta (24): In dem Patienten ist kein Leben mehr. Es kann auch nicht mehr zurückgeholt werden. Der 21-Jährige wurde an diesem letzten lauen Abend bei der Wiener Jerusalemstiege mit einem Sturmgewehr des Typs Zastava M70 hingerichtet.

Es war nicht der Glaube, der den Abzug gedrückt hat, es war kaltblütiges Kalkül unter dem Mantel der Religion. Die Kugeln sollten auch gezielt unsere Werte treffen: den Zusammenhalt, die Menschlichkeit und den Rechtsstaat. „Weiter! Schnell!“ Selina Harasta löst den Defibrillator, läuft – gedeckt durch zwei Polizisten der WEGA – direkt ins Bermudadreieck. Sie funktioniert auch in diesem kleinen Innenhof. Eins, zwei, drei, vier fünf. Fünf Schussopfer. Den kritischen Patienten zuerst. Er hat zwei
sichtbare Einschüsse im Oberarm und an der Schulter. Aber sind es vielleicht noch mehr? Schnell ausziehen und kontrollieren! Durchatmen. Es sind nur die zwei. Atmung und Kreislauf sind da. Er braucht einen Zugang und Schmerzmittel. Dann ist Zeit für die anderen ...

Und jetzt raus hier! Es ist für alle zu gefährlich. Was ist, wenn der Täter zurückkommt? Er wird auch auf SanitäterInnen schießen! Ganz sicher. Seine
Kaltblütigkeit soll schließlich seinen „Heldenmut“ beweisen und den Hass schüren.
Zwei Mal musste sie an diesem Abend noch funktionieren Nach dem Schockraum im Unfallkrankenhaus Lorenz Böhler hat es dann angefangen. Kurz nachdem sie den
Mann mit den beiden Schusswunden dorthin gebracht hatte. Selina Harasta bekam Angst. Sie begann zu spüren, dass sie kurz zuvor noch in Lebensgefahr gewesen war.

Das Herz begann zu rasen, und ihr Hirn gab auch die Bilder wieder frei. Das Blut, das Leid, die vielen verängstigten Augen. Zwei Mal musste sie an diesem Abend aber noch funktionieren. Auch bei einem Wohnungsbrand. Dienst ist schließlich Dienst.
Mittlerweile, sagt Selina Harasta, kann sie auch wieder normal ein- und auch wieder durchschlafen. Ihre Angst hat der Täter nur kurz bekommen.

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