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In einem Viertel der Kindergärten
trat bereits ein Corona-Fall auf

Kindergärten bleiben Brennpunkt

Rund 2.600 Beschäftigte aus Kinderbildungseinrichtungen in ganz Österreich nahmen, noch vor dem zweiten Lockdown, an einer Online-Umfrage der younion _ Die Daseinsgewerkschaft teil. Unter anderem wurde gefragt, ob vor Ort bereits ein Corona-Fall aufgetreten ist.

Rund ein Viertel der Befragten bestätigten zumindest eine Infektion an ihrem Standort.

„Kindergärten und Horte sind also nicht die sicheren Orte, wie von der Politik verkündet. Es kommt auch immer wieder zu Clustern, wie zum Beispiel in Globasnitz in Kärnten oder Wattens in Tirol“, sagt Judith Hintermeier, selbst Pädagogin und Bundesfrauenreferentin.

Die Wissenschaft kann jedenfalls nicht eindeutig bestätigen, dass das Personal in den Kindergärten und Horten keinem erhöhten Risiko ausgesetzt ist, wie auch das von manchen Politikern gerne erzählt wird.

So räumt eine Untersuchung der Uniklinik Düsseldorf gleich mit zwei Mythen auf:

  • Kinder werden seltener krank oder haben nur leichte Verläufe. Diese These kann durch die Untersuchung nicht bestätigt werden. Die Wissenschaftler verweisen dabei auf die Problematik, dass ein Abstrich des Rachens oder des Nasen-Rachen-Raums bei kleinen Kindern schwierig ist. Außerdem geben sie zu bedenken, dass Untersuchungen in einem Zeitraum erfolgen können, in der das Infektionsgeschehen insgesamt niedrig ist.
  • Kinder können nur schwer jemanden anstecken. Auch das ist eine nicht bestätigte Einschätzung. In einer Untersuchung der Berliner Charité wurde die Virusmenge im Untersuchungsmaterial von Infizierten aus unterschiedlichen Altersgruppen bestimmt. Dabei fand sich kein Unterschied in der Virusmenge bei Kindern im Kindergartenalter im Vergleich zu den anderen Altersgruppen.

Christa Hörmann, stellvertretende Vorsitzende in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft: „Die Bundesregierung muss endlich anerkennen, dass die Bildungsarbeit in Kindergärten und Horten mit einem Risiko verbunden ist. Es braucht im ganzen Land klare Sicherheitsmaßnahmen und einheitliche Regelungen. Schluss mit dem Abputzen von Verantwortung!“

Judith Hintermeier abschließend: „Im ersten Lockdown hatten meine KollegInnen in den elementaren Bildungseinrichtungen noch ein gewisses Verständnis, dass es keine Pläne gab. Aber jetzt? Wir befinden uns im zweiten Lockdown – und noch immer wurschtelt die Bundesregierung herum und ignoriert eine Berufsgruppe fast vollständig. Es braucht eine klare Test-Strategie. Und zwar jetzt!“

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