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Gratis-Kindergarten für alle? Ja!

Was für die Schule gilt, muss auch für den Kindergarten gelten

Der Ernst des Lebens hat wieder begonnen: Die Schule hat angefangen, und zwar auch für alle SchülerInnen in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten, Oberösterreich und in der Steiermark. Es sind aber nicht nur Schulkinder, die nun wieder früh aufstehen müssen. Während viele Kleinkinder erstmals Kindergartenluft schnuppern, kehren andere aus dem Familienurlaub wieder zurück in den Kindergarten. „Der Kindergarten ist die erste und ganz wesentliche Bildungseinrichtung, die Kinder besuchen. Damit alle Kinder von klein auf die gleichen Chancen haben, müssen Kindergärten kostenlos sein – so wie die Schule“, fordert Korinna Schumann, ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende. Das entspricht auch den Wünschen der Eltern, wie eine aktuelle Umfrage der Kinderfreunde zeigt. Mehr als 80 Prozent der Befragten wünschen sich beitragsfreie Kindergärten.

Während Wien als erstes Bundesland den beitragsfreien Kindergarten eingeführt hat, sind Kindergärten in vielen Bundesländern eine teure Angelegenheit und verschlingen mehrere hundert Euro im Monat. In Tirol zum Beispiel ist der Halbtags-Kindergarten ab drei Jahren kostenlos. Für kleinere Kinder bzw. längere Betreuung müssen Eltern zahlen. In der Steiermark sind die Kindergarten-Gebühren wiederum nach dem Einkommen gestaffelt. Für einen Ganztagesplatz zahlen Eltern rund 180 Euro im Monat.
 
Kinderbetreuung im Vergleich
 
Großen Zuspruch gibt es auch für die Forderung der ÖGB-Frauen nach einem raschen, flächendeckenden Ausbau der Bildungseinrichtungen für Kindergartenkinder. Kein Wunder: Zwar hat sich die Kinderbetreuungssituation in Österreich in den letzten Jahren verbessert, aber neben den Kosten stellen kurze Öffnungszeiten und zu viele Schließtage viele Eltern vor große Herausforderungen. Laut aktueller Kindertagesheimstatistik der Statistik Austria kommen Kindergärten im Durchschnitt auf 26,9 geschlossene Tage im Jahr. Im Bundesländervergleich verzeichnet Tirol die meisten geschlossenen Tage pro Jahr, nämlich 34,2. Wien hat hingegen mit 7 die wenigsten.
 
Trotzdem hat sich Wien auch für die wenigen Schließtage um eine Lösung bemüht, wie Kindergartenpädagogin Julia Fichtl von den Kindergärten der Stadt Wien im Gespräch mit oegb.at erzählt: „Die Zusammenarbeit zwischen den Standorten im umliegenden Grätzel funktioniert so einwandfrei, dass auch an diesen Tagen immer eine Ausweichbetreuung zur Verfügung steht, wenn diese von Nöten ist.“
 
Für Frauen ist Teilzeit oft die einzige Option
 
Neben den Schließtagen erschweren auch die kurzen Öffnungszeiten Eltern Beruf und Privatleben unter einen Hut zu bringen. Mehr als ein Fünftel aller Kindergärten sperrt vor 14 Uhr zu. Eine Vollzeitbeschäftigung ist genau aus diesem Grund oft nicht möglich. Davon betroffen sind vor allem Frauen, die nach wie vor für die Kinderbetreuung zuständig sind. Genauso wie bei den Schließtagen, sticht die Bundeshauptstadt auch in diesem Fall positiv hervor. In Wien gibt es die anteilsmäßig meisten ganztägig betreuten Kinder (79,1 Prozent), die wenigsten gibt es in Tirol (28,6 Prozent.). „Die Stadt Wien Kindergärten haben die Option, die Öffnungszeiten an die Bedürfnisse der Eltern anzupassen. So ist es je nach Bedarf möglich, statt um 6:30 Uhr schon um 6 Uhr zu öffnen oder auch eine halbe Stunde länger, also bis 18 Uhr, geöffnet zu haben. Zudem gibt auch fünf Projekt-Standorte, die bei Bedarf bis 20 Uhr geöffnet haben“, erklärt Kindergartenpädagogin Fichtl.
 
Von Wien lernen
 
Lange Öffnungszeiten, keine Schließtage in den Schulferien – davon können Eltern in Tirol und Vorarlberg nur träumen. Doch was macht die Stadt Wien bei der Kinderbetreuung anders als andere Bundesländer? Was können die anderen von Wien lernen?
 
Eines scheint klar zu sein: Ohne ausreichend pädagogisches Personal funktioniert es nicht. „Die Stadt Wien hat als einziges Bundesland bereits 2008 eine Ausbildungsoffensive gestartet, um zusätzliches Personal ausbilden zu können und so auch den Standard und die Qualität zu sichern“, sagt Fichtl. Die Ausbildungsoffensive richtet sich an Personen, die bereits Matura oder eine Studienberechtigungsprüfung erlangt haben und sich am zweiten Bildungsweg zur Elementarpädagogin/zum Elementarpädagogen ausbilden möchten.
 
Zusätzlich hat die Stadt Wien mit September 2016 mit einer Ausbildung für eine neue Berufsgruppe, die/den Assistenzpädagogin/Assistenzpädagogen, begonnen. AssistenzpädagogInnen werden zur Unterstützung der ElementarpädagogInnen in der Kindergruppe eingesetzt.
 
Die Stadt Wien zeigt damit, dass und wie es geht. Und ist der politische Wille da, muss eine gute Kinderbetreuung auch anderswo keine Wunschvorstellung mehr sein.
 

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