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Entschärfte Hunde

Am 10. September riss sich ein Rottweiler in Wien von der Leine, attackierte einen 17 Monate jungen Buben und verletzte ihn schwer am Kopf. Etwas mehr als zwei Wochen später erlag der Bub seinen Verletzungen. Das Leid der Familie ist kaum auszudenken. Dieser tragische Vorfall zeigt, wie wichtig eine Schulung mit Hunden ist, die auf der Liste gefährlicher Rassen stehen. Wichtig ist aber vor allem das andere Ende an der Leine: BesitzerInnen müssen besser mit ihren Hunden umgehen lernen.

55.740 Hunde in Wien
Insgesamt leben 55.740 Hunde in der Bundeshauptstadt. Rund zehn Prozent davon werden als Listenhunde geführt (siehe Kasten). Für diese zwölf Rassen, und Mischlinge davon, ist seit 2010 ein verpflichtender Hundeführschein zu absolvieren. Bereits nach wenigen Jahren ist dadurch die Zahl der Bisse zurückgegangen. Auch wenn klar ist: jeder Biss ist zu viel.

Der Hundeführschein ist in Wien eine dreigeteilte Angelegenheit. Zum einen gibt es den verpflichtenden Führschein für Listenhunde, zum anderen den freiwilligen Führschein für alle Hunde. Und drittens: Für Hunde, die auffällig geworden sind (Beißvorfall), ist seit 2006 ein behördlich vorgeschriebener Hundeführschein zu absolvieren.

Für den verpflichtenden Hundeführschein muss man sich zuerst bei der MA 60, dem Amt für Veterinärdienste und Tierschutz, online oder persönlich anmelden. Infos unter: wien.gv.at/gesellschaft/tiere/hundefuehrschein/index.html.

Für den Pflicht-Schein bei Listenhunden gelten Voraussetzungen:

  • Der Hundeführschein muss innerhalb von drei Monaten ab Beginn der Tierhaltung absolviert werden. Wobei der Hund bei der Prüfung schon mindestens das sechste Lebensmonat erreicht haben muss.
  • Der Tierhalter muss bei der Prüfung mindestens 16 Jahre alt sein.
  • Hundehalter dürfen nicht einschlägig vorbestraft sein.
  • Der Hund muss gechippt sein. Und er muss in der Heimtierdatenbank registriert werden (lässt sich gleich bei der Online-Anmeldung miterledigen).
  • Für den Hund muss die Hundeabgabe entrichtet und eine Haftpflichtversicherung mit einer Mindestdeckungssumme von 725.000 Euro abgeschlossen worden sein.


Nun stellt sich die Frage, was das kostet. Die Versicherungsprämie (bis zu 80 Euro pro Jahr) differiert je nach Assekuranz. Gehen Sie mit Ihrem Versicherungsberater die Haushaltsversicherung durch – in manchen Fällen deckt diese auch die Hundehaftpflicht ab. Die Anmeldung bei der MA 60 beträgt 20,84 Euro. Die Eintragung in der Heimtierdatenbank muss sowieso jeder Hund machen und kostet 20,84 Euro. Die Prüfungsgebühr beträgt 40 Euro.

Nur 27 fallen bei Prüfung durch
Wer zur Prüfung antritt, muss lernen. Auch wenn die Erfolgsquote hoch ist. Insgesamt haben den verpflichtenden Führschein 6.579 Personen absolviert. Nur 27 Prüflinge sind durchgefallen. Kathrin Deckardt, Amtstierärztin in der MA 60: „Die Prüfung selbst dauert rund eine Stunde und besteht aus einem theoretischen Teil, mit 30 Multiple-Choice-Fragen, und einem praktischen Teil.“ Der praktische Teil besteht aus drei Modulen:

  • Vorzeigen von Pflegehandlungen am Hund
  • Grundgehorsam – Sitzen, Liegen und Verweilen in dieser Position, Gehen an lockerer Leine
  • Stadtspaziergang mit verschiedenen Situationen des urbanen Alltags


Zwei Monate Vorbereitung
„Eine Vorbereitungszeit von circa zwei Monaten ist im Normalfall ausreichend“, sagt Kathrin Deckardt. Wo man sich das Wissen aneignet, ist egal. „Der Besuch eines Vorbereitungskurses ist nicht verpflichtend, da man sich im Selbststudium vorbereiten kann. Für den theoretischen Teil steht ein Fragenkatalog mit 150 Fragen als Lernunterlage sowie ein dazugehöriges Handbuch zum Download zur Verfügung“, sagt Deckardt. Für den praktischen Teil wird aber von vielen Seiten ein Kurs in einer Hundeschule empfohlen.

Freiwillig macht Sinn
Auch der freiwillige Hundeführschein macht Sinn. Immerhin können auch Nicht-Listenhunde schwere Verletzungen zufügen. „Wenn ein Hund gut geschult ist, fühlt er sich wohler, seine Muskeln werden gestärkt und damit sinkt auch das Risiko einer Verletzung beim Sport und im Alltag“, sagt Elisabeth Mannsberger, Besitzerin der gleichnamigen Hundeschule in Wien-Floridsdorf und Hundeführschein-Prüferin. Für den freiwilligen Hundeführschein, der 2006 eingeführt wurde, sind nur 25 Euro für die Prüfung zu bezahlen. Als Belohnung dafür erspart man sich für ein Jahr die Hundeabgabe (72 Euro) und erhält ein Gutscheinheft.

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