Um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten, speichert diese Website Informationen über Ihren Besuch in sogenannten Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Weitere Informationen darüber finden Sie unter den Algemeinen Nutzunsbedingungen. Allgemeine Nutzungsbedingungen
younion

E-Mail: info@younion.at
Hotline (01) 313 16 / 8300
Vom Handy: *900

Twitter

Überleben
als Komponist

„Und davon kannst Du leben?“ ist sicher eine der Fragen, die ein Musikschaffender in Österreich nicht mehr hören kann. Wir haben sie trotzdem gestellt: Wie überlebt man als Komponist?

Das Werk so manchen Künstlers blüht in Verborgenheit, ist aber trotzdem nicht erfolglos. Wer auf Walter Baco (*1952 in Wien) trifft, erkennt schnell, dass er einem echten Multitalent gegenübersteht. Unter anderem kennt man ihn als Schriftsteller, Regisseur und Choreografen. Vor allem aber ist der einstige und erste Gitarrist von Musiklegende Wolfgang Ambros eines: ein ausgebildeter, studierter Komponist, der einen guten Teil seiner Einkünfte aus seiner Musik bezieht und von den meisten Menschen im Land häufig gehört wird: „Der ORF hat meine Klaviermusik, von der ich sehr viel gemacht habe, als Hintergrundmusik verwendet. Das bringt mich in eine glückliche Lage, denn von der reinen Kunst können höchstens fünf Prozent der Komponisten leben."

Wer Geld braucht, braucht einen Nebenjob – oder muss Jingles schreiben

Das Geld beim Komponieren ist in der Werbung und in Nebenjobs. Im akademischen Betrieb hat das den Noten schreibenden Kunstnachwuchs zuwei¬len in eine schwierige Lage gebracht. Baco: „Die Hochschule – jetzt heißt sie ja Musikuni – hat ihre SchülerInnen ein bisserl verdorben. Alles, was ein bisserl gut klingt, ist verpönt. Da war man gleich abgeschrieben als Kommerzmusiker. Bis zu einem gewissen Grad gilt das jetzt noch bei den Kunstförderungen. Bei fast allen findet sich das Vokabel ‚innovativ‘. Egal ob wer zeichnet, schreibt oder Komponist ist, er muss so genannte innovative Werke vorlegen. Am besten, man zerhackt Instrumente und leert eine Gulaschsuppe darüber."

Die Nachfrage ändert sich

Dass die Interessen des Nachwuchses mittlerweile häufig in eine andere Richtung gehen, weiß der österreichische Komponist Wolfram Wagner (*1962 in Wien), der auch als ao. Professor für Tonsatz und Komposition an der Musikuniversität Wien tätig ist: „Zumindest die Hälfte der Aufnahmebewerber wollen nicht Opern- und Symphoniekomponist werden, sondern Filmmusik machen. Film und Medien. Zum Ersten, weil man damit gut verdienen kann. Und zum Zweiten, weil die zeitgenössischen Filmkomponisten in Sachen Berühmtheit den normalen, klassischen Orchesterkomponisten und Kammerkomponisten den Rang ablaufen, Morricone zum Beispiel.“

Allergie gegen Tantiemen

Ein Problem sehen die Komponisten in der weiterhin bestehenden Konkurrenz durch die „alten Meister“. Wagner: „Das ist schon ein gewisses Problem: Manche Veranstalter lassen sich durch Tantiemen für neue Musik schrecken, obwohl das nicht viel ist. Das ist etwas, wo wir auch in der Gewerkschaft immer wieder darüber nachdenken, dass man hier Bewusstseinsarbeit leisten sollte. Wenn man etwa sagen würde, dass Tantiemen für alles anfallen, auch für Mozart und Beethoven, dafür nur wenig, das fände ich super. Und die Kartenpreise würde es de facto nicht verändern.“
 

Artikel weiterempfehlen

Impressum

Österreichischer Gewerkschaftsbund

Newsletterauswahl

Der younion-Newsletter

Geschlecht
Geschlecht:
Name