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Dora in Großaufnahme Die belgische Schäferhündin "Dora" mit konzentriertem Blick
Dora im Einsatz auf dem Übungsgelände Dora im Einsatz auf dem Übungsgelände
Dora zeigt das Dora hat das "Opfer" gefunden
Dora mit ihrem Lieblingsspielzeug Als Belohnung bekommt "Dora" ihr Lieblingsspielzeug
Der schwarze Riesenschnauzer Der schwarze Riesenschnauzer "Bo" busselt sein Herrchen ab

Feuerwehr-Rettungshunde: Such, Dora, such

Sie kommen, wenn alles in Trümmern liegt - Besuch bei den Rettern mit der kalten Schnauze

Dora hat die Ohren aufgestellt, ihr Blick ist fixiert. Gleich darf sie wieder „spielen“.  Als ihr Herrl Peter Schüler den Befehl „Such“ gibt, läuft Dora los, springt in dem eingestürzten Haus von Stein zu Stein. Sie schlüpft in enge Spalten und überwindet geschickt die vielen Hindernisse in der Ruine.

Bei einem roten Metalldeckel bleibt sie stehen. Der aufgerichtete Schwanz senkt sich ein wenig. Mit ihrer Schnauze versucht sie, den Deckel zu heben. Tatsächlich ist darunter eine junge Frau. Mit einem Lächeln steigt sie aus den „Trümmern“ heraus. Ist ja alles nur eine Übung.

Dora bekommt als Belohnung kein Leckerli, sondern ihr Lieblingsspielzeug, einen grünen Hasen mit rosa Ohren.  Peter Schüler: „Das habe ich ihr so antrainiert. Wichtig ist, dass sie etwas bekommt, worüber sie sich freut.“

Wieder Goldmedaille für Dora

Ein bisschen darf Dora spielen, dann bringt sie ihr Herrl wieder zurück zum roten VW-Bus und gibt ihr Wasser. Auf dem Fahrzeug steht ganz groß „Rettungshunde“. Auch ein Foto von Dora ist darauf zu sehen. Sie ist ja auch der heimliche Star der Rettungshundestaffel der Feuerwehr Wien.

Erst unlängst hat sie wieder einen Wettbewerb gewonnen. Die belgische Schäferhündin holte bei der Rettungshunde-WM in Turin den ersten Platz im Bewerb „Fährte“. Dabei musste sie eine drei Stunden alte und 1,8 Kilometer lange Fährte verfolgen. Sie setzte sich gegen 14 andere Hunde durch.

In einem echten Einsatz war Dora allerdings noch nie. Ganz anders ihre KollegInnen. So rückten sie zum Beispiel aus, als im Oktober 2014 ein Teil der Wiener Manner-Fabrik einstürzte. Denn es konnte nicht ganz ausgeschlossen werden, ob nicht doch MitarbeiterInnen verschüttet wurden. Zum Glück gab es aber keine Verletzten.

Auch die Hunde verletzen sich

Wobei das nicht die ganze Wahrheit ist. Denn ein Hund zog sich eine Wunde zu und musste von einem Tierarzt behandelt werden. Peter Schüler: „Wir passen natürlich auf, dass die Hunde nicht in die größte Gefahr laufen, aber jeder Einsatz ist ein enormes Risiko.“

Die Hundestaffel war auch in jenem Haus in der Mariahilfer Straße im Einsatz, das nach einer Explosion teilweise einstürzte. Das war ebenfalls im Jahr 2014. Ein 19-Jähriger hatte einen Gasherd manipuliert, um sich umzubringen. Als die Hunde anschlugen, konnte eine 48-jährige Bewohnerin noch lebend geborgen werden.

Damit die Hunde im Ernstfall topfit sind, müssen sie ständig trainiert werden.  Peter Schüler: „Mit Dora übe ich drei- bis viermal in der Woche. Es geht nicht nur darum, dass sie gehorchen, sondern dass sie auch regelmäßig ihren Gleichgewichtssinn trainieren.“

Alle ehrenamtlich tätig

Die ganze Arbeit ist übrigens unbezahlt. Peter Schüler: „Wir machen das in unserer Freizeit. Ich habe es allerdings leichter, weil ich bereits in Pension bin.“ Materielle Unterstützung gibt’s dafür schon. Nicht nur von der Wiener Feuerwehr, sondern auch vom Bundesheer. So finden eben immer wieder Übungen beim Bundesheer statt. Wie gerade im niederösterreichischen Eggendorf.

Dora ist mittlerweile im VW-Bus untergebracht. Gleich unter ihr wartet „Bo“, ein schwarzer Riesenschnauzer aufs Training. Freudig springt er Peter Schüler an, und ist dabei fast so groß wie sein Herrchen.

Training beim Bundesheer

Die Ruinen, in denen die Hunde hier unterwegs sind, sind übrigens echt. Es sind ehemalige Gebäude einer Munitionsfabrik aus der Monarchie.  Sie war auch im Zweiten Weltkrieg in Betrieb, wurde danach vom Bundesheer als Munitionslager genützt, bis ein Übungsgelände daraus wurde.

Viele Übungen hat Dora übrigens nicht mehr vor sich. Sie wird allmählich zu alt für den Job. Peter Schüler: „Sie darf bei mir in Pension gehen und wird natürlich gepflegt. Alle meine Hunde gehören irgendwie zur Familie. Sie kann sich auf mich verlassen, so wie wir uns immer auf sie verlassen konnten.“

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